Tag 75 – Sterne

Da sind halt so dunkle Tage. Und noch dunklere Nächte. Finster und voller monstriger Gestalten. Da kann man sich fürchten. Wirre Gedanken herumtragen, von einer Bettecke zur anderen. Panisch mit den Füßen herumscharren auf dem Bettlaken. Schafe zählen und hoffen, dass der Schlaf bald kommt und alle Gedanken in weiche Watte packt, so fest verpackt und zuschnürt, dass man sie am Morgen gar nicht mehr findet.
Aber selbst in diesen noch so finsteren Nächten, an den noch so trüben Tagen, sind da oben irgendwo kleine Pünktchen versteckt. Sterne. Erinnerungen. Glücksmomente. Zuversicht. Eine kleine hüpfende Vorfreude. Und ich kann mich ja selbst entscheiden was davon ich sehen will.
Achso, da sind manchmal Wolken tief und grau, sagst Du? Ja? Naja, die sind ja da irgendwie hingekommen. Die ziehen ja weiter, die hocken da ja nicht und denken sich: Ha, die da unten, die ärgere ich jetzt mal so richtig. Denen mach ich mal das Leben dunkel, dass sie sich vor Angst und Sorge nicht mehr auskennen. Nein, eine kleine oder große trübgraue Wolke, die denkt gar nichts. Die ist da auf ihrem Weg, den sie selbst nicht so recht kennt und wartet auf den nächsten Windstoß, der sie weiter trägt. Die Wolken, die verhängen uns nicht die Tage. Wir sollten uns an sie hängen und mit ihnen fahren. Und dabei ein bisschen auf und ab hüpfen und hier und da einen Stern vom Himmel schnappen. Da gibt es eh so viele.

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