Was mit Grafik und so

Ich mach jetzt was mit Grafik.

Ich habe das Gefühl, dass ich seit dem Abitur 1997 auf der Suche bin. Auf der Suche nach mir. Nach dem ultimativen Job. Nach meiner Erfüllung. Meiner Berufung. Wie auch immer man das nennen mag.

Ich habe viel ausprobiert. Das erste Studium (Lehramt) warf ich nach einem Semester bereits hin. Nein, eigentlich schon mitten im ersten Semester. Das zweite fiel mir eher zu, weil es mich in der gleichen Stadt, im gleichen Studentenheim wohnen ließ. Und mein Pflichtbewusstsein sagte: Das musst Du jetzt aber auch durchziehen. Nochmal kannst Du nicht hinschmeißen. Also biss ich durch. Es schmeckte zuweilen bitter. War zäh. Angebrannt. Zu scharf. Aber ich blieb dran und zog es durch. Dann floh ich und arbeitete erst einmal wieder als Kellnerin. Dann als Bauzeichnerin in Schottland. Ein kurzer schreckhafter Versuch in einem Architekturbüro. Dann als Bauphysikerin in Wien. nichts erfüllte mich wirklich. Ich gab auf. Ich bekam Kinder. Ich orientierte mich in die Pädagoginnenecke. Ich leitete Spielräume. Ich beriet Eltern. Ich bloggte, was das Zeug hielt. Ich schrieb sogar ein ganzes Buch über Geschwister. Aber ich war nicht erfüllt. Nicht glücklich.

Und jetzt? Was ist jetzt? Ich stecke mittendrin in der Ausbildung zur Grafikdesignerin. Und mit jedem Modul habe ich mehr und mehr das Gefühl: Das ist super. Das macht Spaß. Das hat schon immer Spaß gemacht. Das ist meins. Da hab ich ein Auge für. Ein Gespür. Das berührt mich und damit kann ich berühren. Darin kann ich versinken und voll aufgehen. DAS BIN ICH.

Schon als Kind habe ich endlos gemalt und gezeichnet. Gestaltet. Den Zauber in der Welt gesehen. Das Besondere gespürt. Kreativ nannten mich die Menschen immer, auch als ich es selbst noch nicht sehen konnte. Heute kann ich guten Gewissens sagen: Ich bin kreativ. Ich inspiriere. Ich berühre mit dem, was ich tue.

Warum also habe ich nicht schon früher dieses Ich gefunden? Weil genau dieser Weg, den ich gegangen bin, mich jetzt hier her gebracht hat. Und auch wenn er steinig war, holprig, mal steil bergauf, mal rasant bergab – so möchte ich ihn nicht missen. Denn ich habe viel dabei gelernt, ich bin gewachsen, er hat mich gestärkt und zu dem gemacht, was ich heute bin. Wie ich heute bin. Wer ich heute bin.

Und deshalb mache ich jetzt was mit Grafik. Kreatives. Design. Schönes. Berührendes. Inspirierendes. Und ich freue mich, damit in die Welt hinaus zu gehen. Und weiter zu wachsen. An mir. Mit Dir.

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