Das neue Schreiben

Früher überlegte ich mir im Kopf lange meine Geschichten. Ich bastelte und puzzelte. Formulierte Sätze und verwarf sie wieder. Oder vergaß sie ganz und gar. Doch seit Neuestem, seitdem bei uns im Haus regelmässig Schreibabende stattfinden, an denen wir durch einen gegebenen Impuls einfach ans Schreiben machen, habe ich gelernt, zu schreiben, statt zu denken.

Und so schreiben sich Geschichten nun ganz anders. Sie schreiben mich. Sie ziehen mich und oft weiß ich gar nicht, wohin. Ich folge und es kann sein, dass mir die Finger weh tun, weil ich die Gedanken gar nicht so schnell aufs Papier getanzt bekomme. Aber das ist wesentlich angenehmer als ohne Musik vor dem weißen Blatt Papier zu hocken.

Erstaunlicherweise ist es dennoch immer wieder eine Herausforderung, mich ohne vorgedachter Geschichte und Handlung einen Fingertanz zu wagen. Ich bin sogar fast ein wenig aufgeregt, wenn ich mich so “unvorbereitet” ans Papier setze. Aber es ist eine gute Aufregung. Und wer weiß, vielleicht ist sie es ja, die den Funken aufs Papier sprießen und meine Texte glitzern lässt.

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