Aufgewacht, an den 12. gedacht und sofort wieder vergessen. Weil da so ein schöner Traum war, aus dem mich mein blöder Wecker geholt hat. Ach. Zur Zeit habe ich wieder solche schönen Träume mit so vielen schönen Gefühlen. Und so Traummenschen, also solchen, die man nicht kennt, die einem im Traum aber so nah und so verbunden waren. Ach… Darüber ganz vergessen, dass man Fotos machen könnte.
Also erst unterwegs das erste Foto. Und zwar von diesen hübschen Türklinken an einer Haustür, an der ich täglich vorbeigehe. Die finde ich toll, überhaupt mag ich diese alten Verschnörkelungen überall, für die man sich früher noch so viel Mühe gegeben hat. Heute ist alles grad und fad. Oh, ein Reim. Wie süß.

Das Wetter heute eher grau in grau, aber was braucht man auch für einen Tag im Büro? Trotz allem mag ich immer wieder den Blick in der Innenstadt nach oben. Die schönen Häuserfassaden. Ob mit blauem Himmel dahinter oder Wolkenspiel, ich mag es dort hinaufzuschauen, bevor ich in die U-Bahn abtauche.

Und dann mit viel zu voller U-Bahn ins Büro. Viel zu spät dran, eilig hetzend, weil ich um 9Uhr schon einen ersten Call hatte. Schnell zacki ins Büo, Kaffee holen und los ging’s. Danach dann erstmal durchatmen, Emails checken und den nächsten Kaffee. Pott Kaffee im Berliner Pott. So muss das. Alle Österreicher:innen dürfen mich hier auslachen. Ich liebs.

Zwischendurch ein Sprung ins andere Gebäude. Noch immer von etwas Mulmigkeit begleitet. Weil ich ja nie weiß, wem ich da begegne, auch wenn es zu 99,9% nicht geschieht. Weil sowieso nie da. Aber das Gefühl bleibt. Eine Freundin fragte mich neulich, warum es mir so schwer fällt das loszuwerden. Ich hab überlegen müssen, denn so recht weiß ich es auch nicht. In Wahrheit wusste ich ja von Anfang an, dass das alles keinen Sinn hatte und nie was Ernstes hätte werden können, so naiv bin ich ja nun auch nicht. Aber ja… Unlängst dachte ich mir: Ich bin einfach extrem verletzt. Gar nicht mehr wütend, einfach traurig und enttäuscht darüber, wie das ausgegangen ist am Ende. Ich hab so sehr versucht es gut hinzukriegen, dass Begegnungen eben nicht blöd sind, dass man menschlich und normal… Dass man reden kann… Aber auf all das immer erst viel Gefasel und dann abruptes Totschweigen. Ich weiß nicht, ich versteh es nicht und das macht es so schwer.

Mittlerweile hab ich mir einen Wecker gestellt, der jede Stunde losgeht. Und mich dran erinnert, dass ich was trinken sollte, was nicht Kaffee ist. Wenn ich im Büro bin, klappt das derzeit halbwegs.

Der Arbeitstag war grau in grau, sowohl drin als auch draußen. Aber hey, ich hab mittags die Reittour in Island gebucht. Eine kleine Seaside Riding Tour im Norden Islands. Darauf freue ich mich schon so unfassbar sehr. Und jetzt fällt mir grad auf, dass die genau heute in 2 Monaten, am 12. Juli sein wird. Juhu!
Am Heimweg wieder Kopfschütteln über diese unnötigen Banner wegen dem unnötigen ESCs. Schon seit einigen Jahren beschäftige ich mich im Kopf sehr damit, wie arg sehr unsere Welt von Bannern, Werbung, Plakaten und Schildern zugeballert ist. Und wie viel schöner die Welt sein könnte, wenn da nicht immer und überall etwas herumhängen, -baumeln, -blinken würde. Ja eh, die hier sind jetzt nicht dramatisch hässlich. Aber am Ende sind das alles unnötige Kosten, unnötiges Material, unnötiger Quatsch. Und vielleicht hat es auch damit zu tun, dass ich den ESC zunehmend anstrengend finde, weil die Musik da einfach nur noch plattes Zeug ist. Weil einen da nichts mehr packt, nichts mitreißt. Und ich weiß gar nicht, warum das so ist. Aber ja, es gibt ja genug andere, die das alles toll finden, das reicht ja dann auch. Und ich gebe zu – ich werde ihn schauen. Aber nur schauen. Und das mit der Live-kommentation von meinem Lieblingsmoderator auf Radioeins. Dann wird’s nämlich garantiert lustig.

Und dann in der Innenstadt eine niedliche winzige Eurovision Protest Demo. Auch anstrengend, die Musik da, das gebe ich zu. Alles zu viel heute für meine Ohren.

Sogar ein Futzel „Verdacht auf Sonne“ gab es noch am Himmel heute.

Aber dann nichts wie nach Hause. Zu windig. Zu kalt für mein Gefühl heute, das schon so sehr auf Frühling eingestellt war. Wenigstens kein Schnee, wie in der Heimat. Daheim dann gleich wieder an den Rechner, weil der Sohn morgen Buchpräsentation hat und wollte, dass ich nochmal drüber schaue. Das wird er schon machen. Präsentationen kann er ganz gut. Besser als Tests oder so manche Schularbeiten.

Und dann bissl abschalten und entspannen mit einem neuen Projekt, was schon zu lange an der Wand hängt und jetzt weiter wachsen will.

Danach Abendessen kochen. Eine Mischung aus Spargel, Kartoffeln und Erbsen mit Limettensoße. Das gab es neulich bei einem Picknick und war mega gut. Außerdem ist das dann wieder gut zum Mitnehmen für morgen mittag. Ich mag’s derzeit überhaupt nicht mehr mir Mittagessen zu kaufen fürs Büro. Die Salate in den Supermärkten sind mir oft zu teuer, zu trocken, zu klein oder alles zusammen. Sandwiches sind mir zu brotig. Also lieber was, was ich dann richtig geil finde.

Und dann freue ich mich auf mein Sofa, Griespudding mit Apfelmus und Gilmore Girls. Mehr Feeldgood geht grad nicht und ich brauch es so sehr und genieße das unendlich. Dabei werde ich meine zweite Blumenampel fertig knüpfen, weil die zweite Pflanze schon gewaltig am Herabwachsen ist. Und dann wird es immer und immer schöner hier in meiner kleinen Höhle.

Damit Gute Nacht Ihr Lieben, danke für’s Reinlesen und schaut rüber zu Draußen nur Kännchen, da gibts noch viel viel mehr 12 von 12.