An einem Tisch

Gestern saßen wir alle mal wieder an einem Tisch. Es kommt nicht oft vor. Irgendein Teenie ist noch im Gym oder mit Freunden unterwegs. Ich hab eine Sitzung im Haus. Oft sind wir einfach zum Abendessen nur zu dritt, einer fehlt fast immer.

So war das gestern auch. Da war zwar der Große mal zum Essen da, aber die Tochter noch unterwegs. Es gibt Abende, da sage ich konkret: Heute bitte alle zum Essen an den Tisch. Aber sonst lasse ich den Dingen auch gern ihren Lauf. Gestern mussten wir auch früher essen, weil ich selbst danach eine Sitzung hatte. Aber dann später am Abend, als wir alle wieder zu Hause waren, kamen plötzliche alle aus ihren Zimmern. Und auf einmal saßen wir einfach ungeplant am Esstisch und haben uns unterhalten. Darüber, dass im nächsten Schuljahr die Oberstufe in der Schule des Großen wieder um 8Uhr anfängt und nicht um 9Uhr. Dieses Jahr gab es ein Testjahr und die erste Stunde begann für ihn um 9Uhr. Laut einer Umfrage waren die meisten Eltern und Jugendlichen dafür, das so weiterzuführen. Aber die Lehrer:innen nicht, und deshalb wird es wieder auf 8Uhr gesetzt. Danke für nichts. Wir redeten darüber, wie früh zu früh ist fürs Kinderkriegen. Ob es ein zu spät dafür gibt. Wer wieviele Kinder haben will. Und wo sie mal leben wollen. Ich erzählte ihnen davon wie es für mich war schwanger zu werden, wer geplant war und wer nicht. Und bald wechselten wir über zum bevorstehenden Urlaub. Wer noch was braucht. Wie lange der Flug dauert und ob es Bildschirme an Board geben wird. Was wir dort machen werden und wer wohl vom Pferd fallen wird.

Es wurde immer später und ich wusste, dass zumindest der Jüngste dringend ins Bett müsste. Aber es war so urgemütlich mit allen Kids an einem Tisch. Gespräche zu führen, die einfach so entstehen. Ich weiß, dass die Zeit dafür begrenzt ist, dass diese Situationen immer weniger werden. Umso mehr schätze ich sie. Und ich liebe es zu sehen, wie die drei miteinander umgehen. Wie sie sich gegenseitig aufziehen und darin dennoch diese Verbundenheit und Geschwisterliebe steckt. Dann bin ich stolz auf meine Drei. Dankbar und Glücklich.

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