Bin zur Zeit in eine Serie gekippt, die mich aus verschiedenen Gründen total packt. „Another self“auf Netflix.
Zum einen geht es um drei Freundinnen, die ich mir ja auch genau so oft wünsche. Wo eine in die Gruppe schreibt, dass sie die anderen braucht und die lassen alles stehen und liegen und eilen herbei. Dann wird Leid geteilt, gemeinsam gelitten, geheult, diskutiert, mal laut gestritten, dann laut gelacht und getanzt. Naja, vielleicht ein bisschen zu sehr Sex and the City Vibe, aber am Ende doch was, was wir alle brauchen.
Zum anderen geht es natürlich um: Die Liebe. Hachja, und die Frauen und Männer in der Serie sind ja teilweise hossa und oh la la. Mit sowas kriegt man mich derzeit sowieso immer.
Obendrein ist die Serie türkisch, ich schaue sie auch auf türkisch mit Untertitel und ehrlich – wieso hat mir niemand gesagt, wie schön die türkische Sprache klingt? Ich höre das ja nie so wirklich, ich erkenne es zumindest nicht, wenn das auf der Straße mal wo wer spricht. In Wien wird ja gefühlt alles gesprochen und was weiß ich, was das dann immer ist. Dazu die türkische Musik in der Serie, die kann ja auch Emotionen.
Aber der Oberkracher ist natürlich das Thema mit der Aufstellungsarbeit und Traumabewältigung, das sich durch die Serie zieht. Auch wenn ich jetzt nicht einschätzen kann, wie realistisch die Aufstellungen da sind (scheinen mir ein bisschen sehr arg übertrieben, aber was weiß ich denn). Das Thema fesselt mich natürlich wie so vieles, was mit Psychologie zu tun hat. Damit, wieviel in uns tief drin steckt sei es aus der Kindheit oder sogar aus vorangegangenen Generationen. Was wir heute heilen können, was uns dann hilft und was vielleicht sogar Beziehungen untereinander im Familiengefüge betrifft. Natürlich führt das dazu, dass ich auch sehr viel meine eigene Familie nochmal unter die Lupe nehme. Soweit ich das kann, denn ich merke, dass ich da gar nicht so viel weiß über die vorigen Generationen. Wir haben da nie so viel drüber geredet. Und ich frage mich, was ich meinen Kindern so mitgebe. Bewusst und unbewusst.
Jedenfalls ist dieses Unterbewusstsein schon ein ziemliches Ding, das merke ich immer wieder. Was da feststeckt, was uns da lenkt und leitet, ohne das wir das wirklich aktiv steuern und mitbekommen. Ich versuche da ja auch immer neue Samen zu säen, neue Gedanken einzustreugen, alte zu überschreiben. So einfach ist das alles gar nicht, wie es klingt. Weil man da immer wieder aktiv ran muss, weil die alten Gedanken und Muster so tief eingefräst sind, dass es schwer ist da mit dem Schleifpapier drüberzugehen und neue einzugravieren.
Und mein ADHS Brain will natürlich sofort alles über Aufstellungen wissen und am liebsten sofort welche besuchen und mitmachen und am Ende natürlich selbst leiten ahahahaha. Bin ich froh, dass ich mittlerweile zumindest da überrissen habe, dass das auch nur wieder so ein Dings ist. Obwohl es natürlich super zu der Hypnose passt, die ich bisher nicht so wirklich angewandt habe an anderen und dem Coaching, das ich nie wirklich umgesetzt habe. Es wäre noch so ein Aspekt in der Arbeit mit Menschen, der mich fasziniert. Aber vielleicht sollte ich erstmal den Aspekt behandeln, der mich immer und immer wieder davon abhält diese Dinge am Ende auch anzuwenden. Damit zu arbeiten, nicht nur an mir selbst, sondern an anderen Menschen. Dafür wäre vielleicht mal eine Aufstellung spannend. Oder eine Hypnose. Also könnte ich mich doch selbst behandeln. hahaha. Mein Leben ist schon sehr seltsam witziges Konstrukt. Wenn ich mich einmal über was drübertrauen würde… Was genau ist eigentlich da mein Problem? Darüber muss ich jetzt mal nachdenken. Oder zur Ablenkung eine weitere Folge schauen..
Spannende Fragen …