Heute war ich auf ein paar anderen Blogs unterwegs und hab festgestellt, dass es viele noch gibt. Hurra. Es fühlte sich ein bisschen so an wie „nach Hause kommen“, weil ich viele Blogs noch aus der Zeit kenne, als ich damals noch auf Twitter aktiv war und den Buntraum befüllte. Es war irgendwie eine schöne Zeit, es gab immer etwas zu schauen und zu lesen. Dennoch habe ich mich auch damals in dieser Welt seltsam allein und anders gefühlt. Das ist irgendwie ein Gefühl, dass mich wohl ewig begleitet. Ich weiß nicht mal genau, warum das so ist.
Auf jeden Fall habe ich mich durch einige Blogs geklickt und auch neue entdeckt. Das macht Spaß. Ich mag vor allem die Alltagsbloggerei. Klar kann man fragen: warum machen Menschen das? Und es gibt ja da auch die tolle Kategorie „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“ von Frau Brüllen. Ich mag die kleinen Schnipsel, die meist unterhaltsam sind, nicht so lang wie ein Artikel zu einem speziellen Thema. Bleibt mir fern mit Blogposts, die mit „10 Tips zu xyz“ beginnen. Da bin ich sofort raus. Aber zu sehen, zu lesen, was andere beschäftigt, womit andere so hadern, worüber andere nachdenken, wie andere leben, das mag ich. Wir strudeln so oft in unserem eigenen Sumpf herum. Und wir glauben so oft, dass es nur uns so geht, wie es uns eben geht. Ich merke das immer wieder, wenn ich allein in meiner kleinen Wohnung sitze und mich zuweilen – nunja – allein fühle. Als hätten alle da draußen drölfzig Freunde und die große Liebe an der Seite sitzen. Ist ja gar nicht so. Und auf eine gewisse Art ist das tröstlich.
Deshalb will ich auch keine glattgebügelten Blogs mit überarbeiteten Fotos. Ich will das pure Leben, das hat mich schon immer mehr interessiert.
Ein bisschen vermisse ich auch die Zeit auf Twitter, aber auf x will ich dennoch nicht zurück. Und Bluesky ist mir noch etwas fremd. Aber der direkte Austausch, der Humor mancher User:innen, das Mitfiebern bei so manchen für irgendwas oder auch das Mitfreuen und Mitleiden – das macht uns Menschen doch irgendwie aus. Auch wenn es dort nur online ist.
Ich mag es, an Leuten dran zu sein. Ich mag es, wenn Leute offen sind, sich verletzlich zeigen. Wenn sie ehrlich sind und keine Maske aufsetzen und sich inszenieren. Ich mag auch nicht das Zurückgezogene, das „ach geht schon“ und „nein passt eh“ oder komplettes Verstummen.
Und so bin ich eben auch. Offen. Verletzlich. Ehrlich. Ich fliege damit manchmal gewaltig auf die Schnauze. Das gehört wohl dazu. Aber lieber so, Pflaster drauf und Krone richten, als ewig vorsichtig auf der Stelle zu treten. Die volle Packung Leben eben.
Meine große Freude war, dass ich dich erst neulich wiedergefunden habe, nachdem ich befürchtet hatte, dass auch du nicht mehr bloggst. Ich beobachte seit einiger Zeit, dass einige die schnellen Algorythmuswelten doch wieder verlassen und in die Bloggerblasen zurückkehren …
Danke Dir! Ja, das langsame geschriebene Wort hat eben doch so seine wundervollen Seiten. Da kommt so ein flotter Instagramtiktokcontent nicht so ran. Oder wir sind einfach alles heimliche Boomer hahaha.