Ich bin bei Folge 9 von „Conversations with Friends“ angekommen. Ich muss mir die gut einteilen, bloß nicht bingen. Die Serie ist zu gut um sie zu schnell durchzuschauen. Und ich habe jetzt schon Angst davor, am Ende angekommen zu sein. So wie bei Normal People damals, wo ich dann direkt bei Folge 1 wieder angefangen habe.
Ich weiß nicht, wie Sally Rooney es schafft, dass man jede einzelne ihrer Figuren so unglaublich gut nachvollziehen kann. Ob das Marianne and Connell in „Normal People“ waren oder Peter und Ivan in „Intermezzo“. Sie alle haben ihre Eigenheiten, sie alle möchte man zuweilen schütteln und sagen „Jetzt sei doch mal nicht so“ und dennoch versteht man jeden ihrer Wesenzüge. Jede Reaktion und vor allem: Jede Gefühlsregung.
Gerade jetzt bei „Conversations with Friends“ ist es besonders krass. Ich höre mich gefühlt alle 10 Minuten sagen „Oh my god“. Weil da so viele Parallelen drin sind zu meinem letzten Disaster.
Ich mag vor allem die Langsamkeit der Erzählung. Die Serien leben sehr von den immer gleichen Einstellungen. Wie jemand im Zug sitzt und draußen die Landschaft vorbeirauscht. Wie jemand auf einem Bett sitzt oder mit einer Tasse Tee am Fenster steht und hinausschaut. Dazu die sehr klaren Dialoge. Rundherum gibt es wenig Handlung, weil die sowieso nur ablenken würde. Damit ist man immer so total drin in der Szene, in der Geschichte.
Und okay, ich gebe es zu, bei „Normal People“ waren auch die Schauspieler beide extremst hot.
Und ach, hab ich den megaguten Soundtrack beider Serien erwähnt? Unfassbar gut.
Ich bin extrem froh, dass ihre Bücher in Serien und nicht in Filme verpackt wurden, weil sonst vermutlich viel zu viel verloren gehen würde. Weil dann alles so gepresst wäre. Und ich hoffe sehr, dass auch Intermezzo noch als Serie rausgebracht wird. Und dass sie noch viele weitere großartige Bücher schreibt. Ihre Art über die Liebe zu schreiben und darüber, welchen Schmerz, welches Leid und auch welches Glück sie mit sich bringt, ist für mich einzigartig. Denn obwohl jedes Buch von der Liebe und von Beziehungen handelt, würde ich keines davon als Liebesroman bezeichnen. Und das an sich finde ich absolut bemerkenswert.
Und zum Abschluss noch ein Zitat aus „Conversations with Friends“, dass grad sehr passt:
„What are you allowed to feel about something that wasn’t probably anything?“
Oh danke für den Streaming Tipp!
Das Buch ist so toll!