Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass ich mein Schreibprojekt, mit dem ich damals in den Jahreskurs gegangen bin, in die Schublade zurückgelegt habe. Ich wusste schon, dass es nichts bringt, das Projekt zu kübeln, weil ich weiß, dass ich zu allen Projekten immer wieder zurückkehre.
Mittlerweile habe ich drei Hauptprojekte, die mir alle drei auf ihre Art am Herzen liegen. Wo ich die Figuren gut kenne und mag. Manche mehr, manche weniger. In die meisten Figuren habe ich natürlich Vorlagen aus meinem Leben eingearbeitet. Dennoch sind sie alle für sich eigenständig und spiegeln keine genauen Menschen wieder. Und jede Handlung, jedes Projekt hat sein eigenes Thema. Und doch gehen alle irgendwie immer auf das gleiche zurück. Das pure Leben. Das Lieben und Scheitern. Das An-sich-selbst-verzweifeln. Das Älterwerden und der Verlust. Der Tod. Auch das sind alles Themen, die mich viel beschäftigen.
Heute habe ich mit einer Nachbarin geredet, weil sie mich fragte, was mein anderes Schreibprojekt machte. Ich hab ihr gesagt, dass ich da grad nicht ran kann, weil es mich regelrecht lähmt. Ich weiß, dass die meisten Autor:innen sagen, dass man sich auf eines fokussieren muss. Und in gewisser Weise gebe ich ihnen recht. Aber gleichzeitig langweilt mich alles nach kurzer Zeit. Auch Menschen manchmal. (Oft). Da ist es ja nur legitim, dass ich zwischen den Projekten hüpfe. Das dauert dann halt alles länger. Aber das mit der Geduld wollte ich ja sowieso üben. Also hops.
Nach einer kleinen Durststrecke im Schreiben habe ich gestern Abend beschlossen, zu eben jenem Projekt zurückzugehen, was seit einem Jahr schläft. „TherapieBar“ war der Projekttitel, man bemerke das Wortspiel. Es beginnt mit einer Szene, von der ich manchmal glaube, dass ich sie selbst erlebt habe, weil ich sie schon so viel und genau überarbeitet habe. Und als ich festgestellt habe, dass ich wieder Lust auf das Projekt habe, war das wie Nach Hause kommen. Ich freue mich jetzt drauf die alten Texte wieder auszugraben. Das wird zwar vor Montag nichts werden, weil bis dahin das Wochenende voll ist mit Kindern und Wohnprojektwahlen, weil die Sonne scheint und überhaupt. Aber dann… Bis dahin erwecke ich die Figuren in meinem Kopf wieder zum Leben. Das Projekt hat drei Hauptfiguren, was mich damals natürlich komplett überfordert hat im Kurs. Wir bekamen ja immer Aufgaben uns für unsere Hauptfigur dies und das zu überlegen. Und ich saß immer da und dachte: Ich hab aber drei davon! Jetzt habe ich mir für alle drei neue Werdegänge für den Verlauf der Geschichte überlegt. Dann brauchen sie alle noch ein klares Want und ein klares Need. Dann muss ich alle Texte, die ich habe und die brauchbar sind, in Scrivener übertragen, weil ich da mehr Überblick habe. Und dann kann es losgehen. Ich hoffe die Schreiblust ist real und hält an. Meist kommt die eh wieder, wenn ich durch alte Texte lese. Ich freue mich mega drauf.