Challenge accepted :: Vom Saufen und von Baumschnipseln

Ich bin ja eine Freundin der Challenges. Da gibt es unzählige. Von Instagram Fotochallenges bis hin zu Fitness- und Gesundheitschallenges. Mich motivieren diese immer etwas Neues zu probieren, an etwas dranzubleiben und mich selbst einfach ein wenig herauszufordern.

Im Moment habe ich zwei verschiedene Challenges laufen, das hat sich einfach so ergeben. Zum einen ist da die #saufmitmadhavi Challenge, bei der es darum geht 40 Tage lang auf sein Trinkverhalten zu achten, ausreichend viel zu trinken. Eines meiner Probleme, denn ich trinke generell zu wenig. Dabei hilft mir die App Plant Nanny, mit der ich dann gleich noch ein paar witzige Pflänzchen gieße und einen hübschen virtuellen Garten pflege. Die ersten drei Tage waren schon recht holprig, weil ich es einfach nicht schaffe auf die Trinkmenge von 2,5 Litern Wasser zu kommen. Und das obwohl es recht warm war. Aber ich bleibe dran, genau deswegen nämlich.

Und dann habe ich mir selbst noch die 100 Tage Challenge bzw. das 100dayproject auferlegt. Die habe ich bei Kallimagie schon einmal begeistert mitverfolgt und sie hat mich einfach angesprochen, weil ich so gern etwas tue oder schreibe, aber einfach nicht regelmässig dran bleibe, obwohl es mir solche Freude macht. Das schöne an der 100 Tage Challenge ist ja, dass man sich selbst überlegen kann, was man tut. Solange man es dann 100 Tage lang am Stück tut.

Ich habe derzeit eine große Liebe zu Bäumen entdeckt in mir. Ich liebe es zu ihnen hinauf zu schauen, ihren Stamm zu berühren, ihre Blätter zu bewundern. Ich genieße die zarten Sonnenstrahlen, die durch ihre Äste dringen. Und ich tanke auf in ihrem Schatten. Jeden Tag will ich nun ein Foto von einem Baum oder einen Teil eines Baumes hernehmen und dazu einen Gedanken oder ein kleines Gedicht notieren. Baumschnipsel nenne ich das. Diese Baumschnipsel stehen unter dem Titel “Das Leben ist schön.” Weil ich finde, dass das Leben unbedingt schön ist. Nicht jeden Tag. Aber es gibt in jedem Tag etwas schönes zu sehen. Und das will ich mit den Baumschnipseln einfangen.

Tag 1

~ Das Leben ist schön ~
Nein, das Leben ist nicht immer schön. So wie die Bäume ihre bunte Fröhlichkeit verlieren, biegen auch wir uns manchmal müde im Wind, werden vom Regen gepeitscht. Doch im Frühling ragen zarte Hoffnungsschimmer aus den alten Zweigen. Aufrichten. Zuversicht einatmen. Zaghaft Lächeln.
Nein, das Leben ist nicht immer schön. Aber es ist unbedingt schön. Immer wieder.

Bisher sind 9 Tage vergangen und ich habe größte Freude daran. Ich sehe viel mehr Bäume unterwegs, aber nicht vor Augen, sondern mit besonderen, bewundernden Augen. Ich stehe unter und neben ihnen und genieße diese Momente. Ich sinniere und fabuliere dabei und am Ende entstehen kleine Baumschnipsel, die ich auf Instagram poste.

Tag 8:

~ Das Leben ist schön ~
Zwischenräume sind die Orte
voller Träume.
Wo all die wirren, irren, bunten,
unerklärlich wilderfunden Filme und Geschichten spielen,
die uns erst lebendig fühlen lassen und erstaunend fragen:
wo kommt das her, was wills mir sagen?
Aus den Zwischenräumen hoch da oben,
zwischen dem Geäst und Bäumen,
wo die Sonne ihr Strahlen leise durchschiebt um zu sagen:
“Finde sie, die Zwischenräume.
Und dann träume!”

Nunja, da habe ich nun noch einige Tage vor mir. Aber es macht Freude und beglückt mich jeden Tag etwas, wenn auch nur etwas winzig kleines, zu gestalten. 

April – Worte finden

Mit dem letzten Atemzug des März hat sich auch noch viel Verwirrung gelöst und langsam spinnt sich ein Faden, trennt alte Muster auf und liegt in meiner Hand bereit, neu verstrickt zu werden.

Die Jahreszeiten sind im Wandel und so fühle ich mich auch. Das ist zuweilen anstrengend, zuweilen aber auch befreiend und lösend.

Die Meditation ist dabei mein stetiger Begleiter und tut mir sehr gut.

Nun möchte ich wieder mehr Fokus auf das richten, was mir immer meine innerste Leidenschaft war und ist – dem Schreiben. Denn in letzter Zeit habe ich da nicht viele Worte gefunden, konnte die paar losen Buchstaben nicht wirklich zusammenfügen und war frustriert darüber, dass ich selbst hier nicht in einen Fluss kommen konnte. Denn eine innere Stimme rief dann schnell: Wenn das auch nicht mehr geht, was geht dann überhaupt noch?

Auch im Kurs “Jahr der Möglichkeiten” steht der April unter dem Motto “Schreiben”. Dabei geht es nicht nur um das freie Fabulieren, sondern auch um den Mehrwert vom Aufschreiben von Gedanken, von Morgenseiten und Tagebüchern, vom Journalling allgemein, vom freien Drauflosschreiben, vom Glück und Zauber der Briefe. Bist du schon angemeldet? 

Und ich möchte im April die Inhalte für den Kurs “Zauberhafter Alltag” fertig schreiben, damit der starten kann. Denn die Themen stehen fest und sind ganz zauberhaft, sie müssen nur noch ausformuliert werden. Ich freue mich schon sehr darauf!

Zuversichtlich blicke ich zwischen dunklen Wolken in den Frühling hinaus. Wie gut das tut!

Mehr Monatsmottos sammelt Sonja auf ihrem schönen wert-voll Blog.

40 Tage Meditation – Eine Hymne auf mich

Die Sportfreunde Stiller singen in ihrem Lied “Hymne auf Dich” darüber, dass man sich selbst eben mal eine Hymne singen soll. Und das tue ich heute. Ich klopfe mir auf die Schulter. Ich bin stolz auf mich. Ich singe eine Hymne auf mich. Denn meine Meditationsapp “Insight Timer” hat mir gesagt, dass ich heute 40 Tage am Stück meditiert habe.


“Also raus aus dem Schatten, rein ins Licht
Sich ein bisschen feiern, schadet nicht”


Ich habe lange überlegt. Aber ich musste bitterlich feststellen, dass es nichts gibt, was ich wirklich 40 Tage lang geschafft habe. Außer Kaffeetrinken. Das muss ich täglich. Da gab es nur 3 Schwangerschaften, in denen das anfangs nicht ging. Aber ansonsten habe ich alles, was ich mir je vorgenommen habe täglich zu tun, regelmässig zu tun, vorher abgebrochen.

Weder Yoga noch Morgenseiten, weder 10.000 Schritte gehen noch zuckerfrei essen habe ich über einen längeren Zeitraum geschafft. Weder kleine kreative Projekte noch die Dankbarkeitspraxis. All diese Dinge habe ich so oft begonnen mit dem Vorsatz, davon ein klein wenig täglich zu schaffen. Und bin nach einigen Tagen immer wieder davon abgekommen. Im Alltag hängengeblieben.

Auch wenn es beim Meditieren um alles andere geht als darum eine grafische Übersicht über die vergangenen Meditationen zu  erhalten, so bin ich heute unfassbar stolz auf mich. Weil die Meditation immer etwas war, was mich angesprochen hat und von dem ich wusste: Das ist etwas, was mir gut tut. Das brauche ich. Doch lange Zeit habe ich auch das nicht im Alltag unterbekommen. Anfang Januar habe ich einen Online Kurs bei wildmind mit Bodhipaksa begonnen, der zum Ziel hatte 28 Tage am Stück zu meditieren. Nach 4 Tagen habe ich aufgehört die Emails zu lesen, nach 7 Tagen der erste Tag ohne Meditation.Jeden Monat im mbsr Kurs das wohlige Gefühl: Meditation tut gut. Ich möchte mehr davon. Spätestens nach 3 Tagen keine Zeit mehr, keine Ruhe. Immer im Kreis. Es war zum Verzweifeln. Und das war ich auch. Wenn ich selbst das nicht schaffe – etwas wofür ich nichts brauche als einen kleinen Ort und ein paar Minuten Zeit – was kann ich dann regelmässig schaffen? Was kann ich überhaupt schaffen???

Doch dann habe ich es einfach getan. Tag für Tag. Schritt für Schritt. Anfangs nur 5 Minuten am Tag. Irgendwo eingequetscht. Dann über die 5 Minuten hinaus, was sich gut anfühlte, bis der Rücken klagte. Der hielt mehr aus mit der Zeit. Ich stellte den Timer auf 10 Minuten und schaffte auch das. Nach 15 Minuten schliefen mir oft die Beine ein. Heute kann ich problemlos 20 Minuten am Stück sitzen. Und ich tue das. Manchmal zweimal am Tag. Denn heute ist Meditation nicht mehr etwas, was ich noch irgendwo im Tag unterbringen muss, sondern etwas, das zuerst kommt. Etwas, um das ich meine Zeit herum gestalte. Und es ist etwas, worüber ich mich freue. Vorher. Mittendrin. Nachher.

Und ich bin neugierig und gespannt. Denn nebenher lese ich Pema Chödrön und sehe wieder und wieder, welch Potential in der Meditation steckt. Täglich tauchen Fragen in mir auf, nagen an mir und ich freue mich darauf die Antworten zu finden oder zu erkunden.

Und ich habe neue Motivation. Ich habe gemerkt, dass ich etwas schaffen kann. Und ich glaube wieder, dass ich nun auch anderes schaffen kann. Aber da nehme ich mir jetzt mal nichts vor, sondern bin gespannt, was da kommt.

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