Derzeit führe ich ein kleines Experiment durch. Also neben dem Nicht-Jammern und all den Finanz checkereien aus dem Finanzprogramm (das noch 5 Monate geht…).
Es ist nämlich so. Immer, wenn ich an einem Zebrastreifen stehe oder einfach so eine Straße überqueren will, dann drehe ich mich so lange weg, bis alle Autos durch sind. Damit mich niemand rüber lässt. Weil mir das unangenehm ist. Das führt teilweise dazu, dass ich absurde Umwege über Kreuzungen gehe, was nicht selten auch den Jüngsten am Weg zur Schule verwirrt. Jetzt am Wochenende ist mir das wieder aufgefallen, weil ich wieder einmal so getan hab, als würde ich ins Handy starren und gar nicht über die Straße wollen. Stimmte aber nicht, ich wollte nur, dass das Auto durchfährt und ich rüber kann.
Und dann dachte ich mir: Warum? Meine Antwort war einfach: Es ist mir unangenehm, dass für mich jemand stehen bleiben und warten muss. Warum? Fragte ich mich wieder. Weil ich es nicht wert bin, war der tieferliegende Gedanke. Den hab ich dann direkt ins All geschossen. Für ein paar Mondumdrehungen und anschließende Verglühung im Nichts. Und dann hab ich beschlossen, mich selbst herauszufordern. Ich stelle mich also an jede Straße, die ich überqueren will, erhobenen Hauptes, weil ich es ja sehr wohl verdient habe, von einem netten Autofahrer rübergelassen zu werden. Ich bedanke mich dann auch eh immer, selbst am Zebrastreifen. Weil’s halt netter ist so.
Heute ist mir das sogar gelungen. Aber ich spüre diesen inneren Stop, dieses Innehaltenwollen. Dieses „Sichumdrehenwollen“. Das wird jetzt abtrainiert. Stattdessen wird das elegante Annehmen von Freundlichkeit trainiert. Halleluja, was kann man denn bitte für bekloppte Baustellen in der Birne haben? Nunja, eine nach der anderen wird jetzt brav abgearbeitet. Wär ja sonst auch fad im Leben.
Gute Nacht!
Was bin ich jetzt froh, dass ich nicht die einzige bin, die Schwierigkeiten mit der Überquerung von Zebrastreifen hat. Für mich hat es auch etwas mit „mich sichtbar machen“ zu tun. Und mit dem Wert, wie du sagst.
Du hast recht, es ist eine gute Übung – ich mache mit und gehe öfter und aufrechter über Zebrastreifen 🙂
Ich wünsche dir einen freundlichen und mutigen Tag!
ach das ist ja spannend. Da bin ich jetzt wiederum auch froh, dass es anderen auch so geht. Na dann: Revolution Zebrastreifen! 😊