Gestern kam mein neues Handy an und ja, es ist hübsch und neu und toll. Aber bitte, wieviel Nerven mich diese Umsiedlung kostet. Heute morgen aufgewacht zum Vibrieren eines Handys, aber beim Draufschauen waren da keine Nachrichten. Bis ich merkte, dass es das alte Handy war, auf dem Signal und am neuen Signal noch nicht aktiviert war. Noch nicht übertragen.
Ich verstehe das alles nicht, die Simkarte im neuen Handy, das alte funktioniert irgendwie trotzdem und auch wieder nicht. Früher war das alles… ein Nokia aus und tot. Das neue Nokia an und blinkend. Nunja. Und dann wollte das Neue jetzt, dass ich meinen Notfallpass aktualisiere. Da hab ich festgestellt, dass noch immer mein Exmann mein Notfallkontakt ist. Kleiner emotionaler Zusammenbruch folgte, weil ich feststellte, dass ich nach all den Jahren einfach keinen neuen Kontakt habe, den ich da eintragen könnte. Die Kinder sind noch zu klein, meine Eltern zu weit weg. Und wenn wirklich etwas wäre, ist er der bessere Kontakt als eine Freundin, weil er sofort für die Kinder da sein könnte. Dennoch… Der Wunsch nach einer Person, die für mich da ist. Nicht nur im Notfall, auch an einem sonnigen Samstag, einem verregneten Dienstag, in dunklen Stunden.
Dennoch schälte ich mich aus dem Bett, unter die Dusche. Machte Frühstück und räumte ein bisschen Chaos umher. Der Zustand meiner Wohnung spiegelt immer sehr korrekt meinen inneren Zustand wider. Derzeit: heilloses Chaos. Dann fiel mir ein, dass ich die Schilddrüsentabletten schon wieder tagelang nicht genommen habe, vergessen habe sie beim Hausarzt nachzubesorgen. Und der Gedanke: ich muss mich wieder besser um mich selbst kümmern.
Wenig Energie, um rauszugehen, aber ich war mit einer Freundin verabredet und nachdem unser letztes Treffen wegen akutem Schneefall ausfallen musste, wollte ich heute bei Sonnenschein nicht absagen. Und sicher würde es gut tun. Der Wald war schließlich unser Ziel. Und was soll ich sagen. Nach eine Weile gehen saßen wir auf einer Anhöhe in der Sonne unter Kiefern, ich erzählte ihr vom Status Quo meines Lebens und sie schaffte es – wie immer – mit den richtigen Worten Ruhe in mich hineinzubringen. Mich zu bestärken. Mir zu erlauben zu sein, wer ich bin. Ich legte den Kopf auf ihre Schulter und sagte „Wie schön, dass ich dich habe.“
Und danach ging es mir tatsächlich so viel besser. Auch wenn ich sehr müde und erschöpft bin, was vielleicht auch mit den nicht eingenommenen Tabletten zu tun hat, so bin ich dankbar für diesen Tag. Die Sonne. Den Specht und all die anderen Vögel, die wir gehört haben. Die Gespräche. Das Lachen.
Eben habe ich ein Webinar angeschaut zum Thema Manifestation. Sie fragte an einer Stelle:
- What do you desire most right now?
- What do YOU believe is the reason you haven’t gotten it yet?
Tja. Die Antwort auf die erste Frage war leicht. Die Antwort auf die zweite wollte ich erst gar nicht suchen, ich spürte, wie sich mein Körper weigerte. Und dann war es, als hätte sie mir jemand zugeflüstert: „Because I don’t deserve it.“ Tja.
Und natürlich stimmt das nicht. Aber es macht Sinn. So vieles in meinem Leben glaube ich nicht verdient zu haben, weil… Und ich war so irritiert, weil ich doch dachte, dass ich nach der Hypnoseausbildung schon so viel an mir gearbeitet hatte, so viel aufgelöst hatte. Scheinbar nicht genug. Das Leben ist eine Baustelle. Aber für heute ist Feierabend. Gute Nacht.