Dem Jammern ein Ende

Ich lese gerade parallel zu dem Finanzkurz, den ich mache, das Buch „So denken Millionäre“ von T. Harv Eker., was – abgesehen vom Titel + Cover – ein großartiges Buch ist. Es räumt so radikal mit Glaubenssätzen und dem inneren Mindset auf, dass man sich fragt, wie man bis hierher überhaupt durchs Leben gekommen ist. Und warum das Buch nicht Pflichtlektüre in der Schule war.

Aber Eker sagt auch, dass man nicht zurückschauen und sich über seine Fehler oder Fehlentscheidungen ärgern, sondern immer nach vorn blicken soll. Und obwohl er ja so gut wie alles in dem Buch auf Geld bezieht, kann man alles auch irgendwie aufs allgemeine Leben beziehen. Immerhin ist das ja auch alles miteinander verstrickt und verknotet und wenn man anfängt den Faden an einem Ende zu lösen, dann öffnen sich da ja oft wie von Wunderhand zig andere Verknotungen. So geht mir das im Moment.

Heute las ich ein Kapitel darüber, wie wir uns ja so oft so gern in die Opferrolle verziehen und am liebsten allen anderen die Schuld für unsere Misere geben. Ist ja auch viel einfacher, denn so muss man sich nicht über sich selbst ärgern, sondern kann sich wahnsinnig über andere aufregen. Ich habe das auch einen Großteil meines Lebens getan und erst in den letzten Jahren, Monaten und Wochen hart daran gearbeitet, das zu ändern. Mir ist schon vor einiger Zeit aufgefallen, dass Menschen, die sich ständig über etwas aufregen, auch immer etwas erleben, worüber sie sich aufregen können. Aber dieses Aufregen, Meckern, Beschweren, Jammern – das ist ja so ein universelles Ding. Gefühlt machen alle das und man hat für gewisse Themen auch so seine gewissen Leute, mit denen man sich dann gemeinsam so richtig aufregen kann. Ich weiß genau, wem ich wozu eine Nachricht schicken kann, damit kollektives Beschweren über eine Sache lostritt. In gewisser Weise schweißt das uns Menschen zusammen. Was wiederum sehr paradox ist, weil es ja auf der anderen Seite spaltet. Also mache ich das jetzt bewusst nicht mehr. Zumindest versuche ich das. Im ersten Schritt stellt man da ja immer erstmal fest, wie oft man so eine Gewohnheit ausübt. Das ist schon faszinierend. Das ist, also ob jemand sagt man soll kurz mal nicht zwinkern oder schlucken. Zack, kann man an nichts anderes denken und muss das viel mehr tun als vorher.

Eine Aufgabe in dem Buch ist jetzt also sieben Tage lang nicht zu jammern, nicht zu meckern, sich über nichts aufzuregen. Nie jemand anderem für irgendwas die Schuld geben. Sich für nichts rechtfertigen. Und ich fange damit jetzt an. Radikal. Das heißt ja auch, dass man sich abwendet, wenn andere sich über etwas aufregen. Dass man sich dieser negativen Energie entzieht und gar nicht drauf einlässt. Auch das war immer etwas, was ich gut konnte. Es gibt da aber auch so Dauerbrennerthemen, über die man sich ständig aufregen könnte. Lehrer:innen der Kinder, die eigenartige Sachen wollen, sagen, erwarten, bewerten. Das Schulsystem im Allgemeinen. Die Weltpolitik. Menschen, die nicht kommunizieren können, wollen oder könnenwollen. Nachbarn, nervige Fremde in der U-Bahn… man merkt schon… ich habe darin Übung. Das wird sicher kein Leichtes für mich. Aber ich hab da auch voll Bock drauf mich dem jetzt zu stellen. Weil ich schon merke, dass die Arbeit an meinem Mindset in den letzten Wochen eine positive Wirkung hat. Dass ich wesentlicher besser drauf bin, zuversichtlicher, motivierter. Ich glaube tatsächlich viel mehr an mich und merke aber auch, dass da noch ein langer Weg vor mir legt. Aber den zu gehen, darauf freue ich mich jetzt so richtig.

Und natürlich werde ich berichten, wie es mir damit geht. Ich bin ja selbst schon ganz gespannt.

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