Die 10 besten Songs

Auf Radioeins spielen sie heute den letzten Sommersonntag. Huetiges Thema: Best Of The Best – Die 100 besten Songs aller Zeiten und überhaupt.

Ist mir ein Rätsel, wie das gehen soll, wie will man einen Song zum besten aller Zeiten wählen.? Aber unlösbare Aufgaben lieben die da ja bei Radioeins. Und tatsächlich liefen da heute schon die wildesten Nummern, von denen ich so einige sicher nicht auf meiner Top 100 Liste hätte.

Aber natürlich fängt man an selbst zu überlegen, was wäre drauf, was wäre ganz vorn, was wäre die Nummer 1? Und weil mir 100 jetzt zu viele sind um die hier runterzutippen, beschränke ich mich mal auf meine derzeitige Top 10 Liste. Derzeitig deshalb, weil das ja alles stimmungsabhängig ist und so eine Liste morgen ganz anders aussehen kann. Aber ich glaube bei vielen Songs bleibe ich stabil…

10. Barclay James Harvest – Life is for living
Der muss drauf. Der ist der Inbegriff für gute Laune. Er lief öfter mal im Spar, wenn ich einkaufen war und ich muss dann direkt anfangen zu tanzen. Er war auch auf meiner Playlist für meine 40er Party und ich hab ihn einfach nur gefeiert.

9. Muse – Absolution
Muse steht für Wut. Deren Alben höre ich, wenn ich unfassbar wütend bin und die helfen mir immer sehr dabei. das fährt ein, so richtig. Ich merke jetzt grad, dass ich nicht mehr sooo oft sooo wütend bin wie früher, da hab ich eindeutig mehr Muse gehört. Aber es ist noch immer die Musik, zu der ich zurückkehre, wenn das Gefühl dafür aufkommt. Und sonst freue ich mich, wenns mal zufällig im Radio läuft.

8. Herbert Grönemeyer – Der Weg
Darf nicht fehlen. Grönemeyer steht für eine ganze Lebensphase. Den haben sie in meiner Kindheit im Radio rauf und runter gespielt. Also im Westradio, das wir hören konnten, weil wir so nah an der Grenze wohnten. Deshalb verbinde ich mit Grönemeyer ganz viel zu Hause und auch meinen Bruder. Und mit dem Song natürlich die Traurigkeit darüber. Kann den nicht hören ohne Tränen zu verdrücken. Und das ist okay, Musik kann das und darf das und muss das.

7. Depeche Mode – Blasphemus Rumours
Auch hier steht der Song für die Band, die ich auf die Liste nehmen musste. Einen Song zu wählen ist schwer, sie haben so irre viele gute. Da ist Somebody, bei dem man sich nach eben dieser einen Liebe sehnt, nach diesem einen somebody eben. Da ist Everything counts, das einfach poppt. Aber Blasphemus Rumours hat irgendwas ganz eigenes. Lieb den Song einfach.

6. Metallica – The Unforgiven
Hab bewusst den Song gewählt und nicht Nothing else matters, obwohl beide fast gleichauf sind bei mir. Ich hatte mal eine Kassette, auf der auf der einen Seite nur Nothing else matters hintereinander aufgenommen war, auf der anderen The Unforgiven. Sie erinnern mich beide extrem an meinen Bruder, der Metallica geliebt hat. Sie machen mich beide oft traurig, aber sie sind auch wunderschön und bedeuten mir sehr viel. The Unforgiven noch ein tick mehr, vielleicht auch, weil er nicht sooo abgenudelt ist.

5. Tocotronic – Der schönste Tag in meinem Leben
Natürlich die Tocos. Nächste Woche sehe ich sie zum vierten Mal. Nur einmal hab ich erlebt, dass sie den Song gespielt haben und wir hatten natürlich alle einen Zettel auf dem Stand „Der schönste Tage in meinem Leben…“ und ich hab oft darüber nachgedacht, was der schönste Tag in meinem Leben war bisher. Es ist irre schwer zu sagen. Und es gibt einfach drei, die alle gleichauf mit vorn liegen: Die Geburten der Kinder. Da war jeder Tag mit Neugeborgenem unfassbar unbeschreiblich. Aber allein vorm Skogafoss in Island zu stehen kommt da auch sehr nahe dran. Ich lasse es, ich kann keinen Tag finden. Aber der Song… ach. Hach.

4. Eels – Fresh Feeling
Auch so ein Song, den ich schon ewig auf diversen Playlisten habe und nie nie nie überhört habe. So viel Gefühl. The Eels hab ich damals noch live gesehen in Glasgow kurz bevor wir von Schottland nach Wien gezogen sind. Unvergesslich.

3. Sigur Ros – Hoppipola
Dieser Song… steht auch für so vieles. Ich stand im Plattenladen damals, als die noch angesagt waren. Ich war hoffnungslos verknallt in Marco, der dort gearbeitet hat. Und er hat es geliebt mich mit Musik zu versorgen. Er legte mir das Album von Sigur Ros hin, das damals grad neu raus war und meinte: Hör da rein. Ich stülpte mir die Kopfhörer über, verliebte mich noch dreimal mehr in Marco, kaufte die CD, für die ich eigentlich absolut kein Geld hatte und legte sie daheim ein. Von da an schlief ich jeden Abend zu dieser Musik ein. Mit Marco… das war kompliziert. Leider, denn im Nachhinein betrachtet, war er glaub ich auch verliebt in mich, aber keiner von uns hatte den Mut, sich dazu zu bekennen. So blieb das eine undefinierbare Kiste. Aber immer, wenn ich bei ihm war legte er eine Platte nach der anderen auf und durch ihn entdeckte ich viel gute Musik.

2. Cure – Pictures of you
Natürlich The Cure ganz oben dabei. Pictures of you – so so schön. Muss man mehr sagen? Eben.

1. Radiohead – Idiotheque
Auch hier steht ein Song eigentlich für die ganze Band. Weil auch die so viele irre schöne Songs gemacht haben. Aber Idiotheque hat mich immer besonders gepackt, vor allem auch, weil ich dreimal gesehen habe, wie Thom Yorke selbst dazu abgeht. Das kann man nicht beschreiben. Und er ist einfach so ganz besonders, dieser Song. Es ist gar nicht so leicht, dazu zu tanzen. Aber man kann auch nicht ruhig sitzenbleiben. Im besten Fall ist man hinterher einfach komplett fertig. Ich weiß noch, wie wir in Glasgow damals gehen wollten, um den einen Zug zu erwischen, aber dann kamen sie nochmal raus und spielten Idiotheque und obwohl wir schon komplett nass waren, weil’s natürlich geregnet hatte, tanzten wir den Song noch durch und ich weiß nicht, ob wir dann den nächsten Zug nehmen mussten. Es spielt keine Rolle. Alles für den Song. Alles für Radiohead.

    Und ich weiß schon, dass ich nachher denken werde – nein der Song fehlt. Oder der. Oder doch der. Aber die sind dann eben alle was für die Top 100. Und jetzt bin ich gespannt, wer auf Radioeins die Top 1 wird. Viele tippten auf David Bowie und Heroes, aber der lief nun schon… aufregend!

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