Die Sache mit der Kunst

Ja, das ist wirklich so eine Sache.

Ich würde mich ja einerseits nicht als Künstlerin bezeichnen, weil das irgendwie so ein Begriff ist, der für mich präpotent klingt. Die Betonung liegt hier auf „für mich“. Also bitte, es soll sich jetzt nicht jeder Künstler, jede Künstlerin als präpotent bezeichnet sehen. Ich schaffe es einfach nicht, mich so zu bezeichnen. Andererseits bin ich ja genau das – eine Künstlerin. nicht im Sinne von „ich male Bilder und stelle die aus und renne sektglasschwingend durch Vernissagen“, sondern ich bin schon sehr kreativ, habe Ideen in vielen verschiedenen Bereichen und gestalte mein Leben entsprechend. Irgendwie sowas wie Lebenskünstlerin könnte passen, aber das klingt ja noch bekloppterer.

Und eine Sache, mit der ich ja sehr hadere, ist diese Art und Weise, wie sich Kunst darstelle. Da draußen in der Welt, meine ich. Galerien, in denen fünf Bilder hängen, wo dann eine Person an einem viel zu kleinen Tisch sitzt, die angeblich Ahnung von all dem hat. Nie im Leben würde ich sowas betreten. Ich weiß schon, ist denen wurscht und dann bin ich auch einfach nicht die Zielgruppe. Das Ding ist halt, dass diese Kunst, die da hängt, oft gar nichts mit mir macht und mir eher das Gefühl vermittelt keine Ahnung zu haben. während ich dann auf Instagram oder Pinterest Bilder sehe, die mich wirklich bewegen. Da hab ich dann auch das Gefühl, dass ich sie nicht immer verstehen muss, aber sie macht halt etwas mit mir. Das sollte doch reichen.

Manchmal hab ich das Gefühl, dass die Kunst in Ausstellungen und Museen gar nicht für die „normalen Menschen“ gemacht ist, sondern nur für diese Leute, die auch die Kunstbegriffe jonglieren können. Für ihre eigene kleine Blase.

Ich frag mich dann immer, was ich mir eigentlich wünsche, wie Menschen meine Sachen betrachte, die ich so zeichne. Und eigentlich möchte ichnicht, dass man darin einen tieferen Sinn oder ein Konzept sieht. Weil das ehrlich einfach auch nicht dahinter steckt. Sondern ich wünsche mir, dass man sich denkt „Das gefällt mir, das könnte ich ewig betrachten und mich darin verlieren.“ Weil es mir einfach oft so geht mit diesen Bildern. Und weil ich mich auch beim Zeichnen ein bisschen darin verliere.

Manchmal wünsche ich mir auch, dass man sich denkt: „Das wäre cool im Wartezimmer oder über dem Zahnarztstuhl.“ Weil ich oft denke „Mich würde das ja beruhigen und es würde irgendwie mehr in den Bann ziehen, als Blumengemälde. Aber was weiß ich schon. Ich bin ja keine Künstlerin.

Und dann denke ich mir auch, wer eigentlich all diese viele Kunst kaufen soll, die es da draußen so gibt. Aber dann lande ich beim Thema Überfluss und das ist ja ein weiteres Feld, das ich heute auf keinen Fall mehr betreten möchte. Vielleicht ist das auch die Hitze, die hier statt mir in die Tasten kloppt.

Schreibe einen Kommentar