Gestern hab ich vom Podcast „Hotel Matze“ die Folge mit Dietrich Grönemeyer gehört. Und meine Güte war die schön.
Dieser Mann ist ja das blühende Leben, so eine ansteckende Freude fürs Leben. Unglaublich. Ich feiere Menschen, die in diesem Alter einfach nur noch zufrieden sind und das Leben feiern. Die es irgendwie verstanden haben, wie es geht und das inspiriert mich unendlich. Und weil ich gestern Abend damit nicht fertig geworden bin, hab ich heute früh auf dem Weg ins Büro weitergehört. Und dieser Mensch erzählt dann einfach, wie er auf der Straße die Menschen anlächelt. Und wie schön das ist, wenn andere zurück lächeln. Und ich kenne das ja auch.
Nun fand ich früher immer Menschen, die so grinsend durch die Welt laufen, seltsam. Grinsende Honigkuchenpferde. Aber im Grunde steckte dahinter ja nur sowas wie Neid oder Unsicherheit. Weil man mit sich selbst nicht zufrieden ist. Wenn es dann andere sind, findet man das gleich mal komisch und distanziert sich davon. So ging mir das immer mit Menschen im Allgemeinen. Lieber die Fraktion „It’s too peopley outside“ als mit anderen reden. Aber dass mich diese Haltung nicht glücklich macht, habe ich ja nun über Jahre begriffen. Apropos Haltung, ein wesentlicher Satz, den Grönemeyer in dem Interview immer wieder betont ist:
Auf die Haltung kommt es an.
Und ich finde den so wundervoll, weil er innen und außen stimmt. Eine gewisse Körperhaltung tut unserem Körper gut, eh klar. Und eine gute, schöne und reine innere Haltung, tut uns und den Menschen um uns herum gut. Sie strahlt ja nach außen. Mir wurde mal gesagt, ich hätte so eine besondere Ausstrahlung und obwohl das so vage war, war es vielleicht eines der schönsten Komplimente, die ich bekommen habe. Dagegen prallt ein „Du siehst toll aus“ oder sowas einfach nur ab.
Aber zurück zu dem Lächeln. Ich hab heute früh eben diesen Podcast auf den Ohren gehabt und direkt gedacht: Klar, das probier ich gleich mal aus. Also gehe ich plötzlich so leicht lächelnd durch die Welt. Es ist so ein zartes Lächeln, wo man als Fremder denken kann „ach, die freut sich grad einfach ein bisschen über irgendwas“, aber keines, wo man das Gefühl hat, diese Frau ist auf einer Superdroge. Und so gehe ich, die Sonne dazu über mir, die Straße entlang und von oben fährt ein Bewässerungswagen der Stadt Wien auf der Straße und gießt gerade in hohem Bogen ein Blumenbeet weiter vor mir. Ich verlangsame also meinen Schritt, betrachte den Sprühregen, den der da veranstaltet und im ersten Moment denke ich noch „Ach, jetzt krieg ich noch nasse Füße“, aber dann gehe ich eben langsam und warte ein bisschen, bis er fertig ist, das Wasser aus ist und er langsam weiterfährt zum nächsten. In diesem Wagen sitzt ein älterer Herr und ich lächle ihm zu, so bisschen auch aus Dankbarkeit, weil er ja die schönen Blumen pflegt und er lächelt einfach zurück. Ein kurzer Moment und zwei Menschen haben gerade ein Stück Freude empfunden. Und ehrlich – davon brauchen wir einfach so so so viel mehr im Leben. Vor allem in dieser Zeit, wo alle nur noch verunsichert sind. Wo alle nur noch auf alles schimpfen. Und wo alle nur noch mit ihren Köpfen nach unten auf Bildschirme in ihren Händen starren. Wir nehmen die Menschen um uns herum nicht mehr wahr. Das ist so traurig.
Das mit den Handys macht mich wirklich zunehmend verrückt. Das ist so irre. Wir kriegen einfach nichts mehr mit um uns herum. Und jajaja, ich habs auch viel zu oft in der Hand und muss mich aktiv davon abhalten sozusagen. Aber schlimm finde ich das umso mehr. Und der Haltung schadet es auch.
In diesem Sinne: Handy weg, mehr lächeln. Und wenn eins zurück kommt, dann ist das ganz wunderbar. Probiert es aus!
P.S.: und ja, Dietrich Grönemeyer ist der Bruder von Herbert Grönemeyer. Aber darüber wird in dem Podcast kein Wort verloren und das ist auch irgendwie schön so, weil der Dietrich einfach für sich ganz allein ein besonderer Mensch ist.