Gestern hab ich mich mal wieder neben meiner vielen Werkelei durch die Mediatheken der öffentlich Rechtlichen geklickt. Ich schaue ja so gern Talkshows. Also die mit irgendwelchen bekannten Personen, nicht diese Nachmittags-prügel-shows. Sowas wie die NDR Talkshow oder den Kölner Treff. Kann man jetzt davon halten was man will, aber mich interessiert da meist eine Person in der Runde und ich höre dann aber die ganze Show, weil mein ADHS Brain es nicht packt, dass ich nur Auszüge schaue. Ganz oder gar nicht. Vielleicht ist das auch monkisch. Ich muss ja auch die Pfeffermühle 10x drehen oder 15x. Aber bloß keine unrunde Zahl. Fragt nicht.
Jedenfalls saß Max Giesinger gestern in einer dieser Shows und ich fand ihn sehr sympathisch. Ich kannte ihn schon vorher, weil die Kinder ihn in irgendwelchen Playlists haben. Sie sind ja wohl auch eher seine Zielgruppe, aber auf sowas kann man ja auch gehörig pupen. Jedenfalls bin ich jetzt ich nochmal direkt auf ihn gestoßen (worden) und so hab ich mir heute morgen seine Musik auf die Ohren gegeben, als ich in der übervollen U3 stand und genervt war von so vielen Menschen trotz Ferienwoche. Sein Song „Wenn sie tanzt“ hat mich sofort gepackt und ich lieb’s ja, wenn Songs mich packen und direkt aus der Situation heben. Auch wenn es eher emotional war, mir sofort die Tränen kamen, was immer bissl blöd ist so mitten in der U-Bahn. Vermutlich auch die Vermischung mit dem unguten Gefühl nicht zu wissen, wem man am Institut über den Weg laufen könnte und welche Reaktion angebracht wäre. In meinem Kopf ist es immer die gleiche: der mittlere Finger meiner rechten Hand. Aber so bin ich ja gar nicht und ein ehrliches Gespräch fände ich besser. Aber das ist scheinbar sehr abwegig. Nunja. Andere Baustelle.
Spannend aber, wie dann die Gedankenkreise weiterziehen, wo sie hinwandern. Die U-Bahnfahrt ist auch einfach zu elendig lang dafür. Und dann sind mir ein paar interessante Glaubenssätze klargeworden. Ist ja nicht so, als würde ich nicht schon seit Jahren an mir herumwerkeln, aber da sind noch so viele ungelöste Gedankenquellen, die so dahinbrodeln. Bewusst und unbewusst. Und wenn mir dann so ein Licht aufgeht, dann ist es, als würde Dumbledore in Privet Drive ankommen und die Straße anknipsen.
Glaubenssätze erkennen ist ja eine Sache. Sie verändern eine andere. Das Erkennen ist glaub ich die halbe Miete. Zumindest wenn man erkennt, dass der nicht gut tut und man ihn ändern will. Witzigerweise hab ich ja grad wieder einen Online Kurs gestartet, in dem es genau darum geht. Also nicht nur, aber vor allem diese Woche: Um Glaubenssätze und Mindset. Es geht da zwar um Geld und ja, es ist der Finance First Kurs von Madame Moneypenny, aber diese Glaubenssätze fuchteln ja irgendwo im ganzen Leben herum.
Also setze ich mich jetzt mit ihnen auf mein Sofa und betrachte sie mal eine Weile, diese Glaubenssätze. Ich bin zu alt. Ich bin nicht interessant genug. Ich krieg das niemals auf die Reihe. Ich hab nicht das Zeug dazu erfolgreich zu sein. Mit Geld kann ich nicht umgehen. Die anderen sind immer besser. Ich muss das allein schaffen. Ich hab nicht das Zeug für einen guten Roman. Das sind doch alles Schnapsideen. blablabla. The list goes on.
Ja, eine kratzige Gesellschaft ist das hier. Aber jetzt waren die so lange bei mir, die kann man ja nicht einfach so von heute auf Morgen vor die Tür setzen. Einer nach dem anderen. Schritt für Schritt. Besenstrich für Besenstrich.