Gewitter im Kopf

Die letzte Woche war irgendwie eine irre Fahrt mit einem viel zu schnellen Speedboot, auf dem mir von zu hohem Wellengang unfassbar schlecht geworden ist.

Manchmal wünsche ich mir nach solchen Tagen einen Therapeuten, der mich therapiert, nachdem ich mich um alle anderen gekümmert habe. Oder einfach jemanden, der mich in den Arm nimmt. Der sich dann um mich kümmert und mir ein paar von den Themen abnimmt, um die ich mich bei meinen (Teenie)Kids gekümmert habe. Man unterschätzt tatsächlich total, was da auf einen zukommt. Aber irgendwie ist es auch gut, dass man da vorher keine Ahnung hat.

Der Wechsel in die eigene „kleine Woche“ fühlt sich dann immer etwas seltsam an. Wenn sich dann wieder alles nur um mich und meine Bedürfnisse dreht. Was ja so nicht stimmt, ich bin ja dennoch in Gedanken viel bei den Kids. Und bespreche Dinge mit ihrem Vater. Aber grundlegend muss ich nur wissen, was ich am Abend noch von mir will, was ich essen will und wann. Und ob ich müde bin. Oder eben nicht. Da ist es auch immer gut, wenn ich an diesen Montagabenden allein bin, niemanden treffe oder irgendwas mache. Weil es eine Zeit braucht, bis ich hier wieder angekommen bin. Eingekauft habe. Mit meinen Pflanzen geredet, sie gestreichelt und gegossen habe. Die Dinge wieder in ihre natürlich Unordnung gerückt habe.

Heute früh hatte ich mein erstes Coaching obendrein. Das war mega gut. Da sind allein heute schon so viele Lichter angegangen in mir drin und ich hoffe und wünsche mir sehr, dass die an bleiben. Dass ich damit weiterarbeiten kann, dass sie mir den Weg weisen durch diesen Tunnel, in dem ich mich gerade irgendwie befinde. Eine besondere Erkenntnis war die innere Stimme in mir, die so wahnsinnig stark und laut ist und mir immer wieder sagt: „Das wird doch sowieso wieder alles nichts. Du immer mit deinen Ideen.“ Diese Stimme habe ich jahrelang genährt. Und es ist witzig, weil ich ja seit der Hypnoseausbildung weiß, wie wichtig es ist zu beachten, was wir uns selbst immer wieder erzählen. Aber wenn wir nicht hören, was wir uns erzählen, wenn wir es gar nicht mitbekommen, weil die Stimmen unbewusst in uns losplappern, dann können wir sie auch nicht stoppen. Bei anderen höre ich das sofort heraus, wenn sie sich „Quatsch“ erzählen. Aber bei mir… Aber diese eine hab ich jetzt erwischt und halleluja, die ist laut. Die hat Kraft. Die hat vor allem Macht über mich.

Ich bin jetzt gespannt, wie ich lerne mit ihr umzugehen. Mein erster Impuls war ja, sie mit der Faust in Grund und Boden zu kloppen. Aber das wäre als würde man einen Geysier zubetonieren. Der ploppt dann halt woanders auf. Ich muss einfach Antworten finden und die Stimme sprachlos machen. Sie vermutlich in Grund und Boden reden anstatt zu kloppen… Ich bin gespannt…

Jetzt habe ich viele tausende Gedanken im Kopf und irgendwie ergeben die aber alle keinen Sinn. Da wünsche ich mir jetzt so ein Gewitter wie es heute Abend gab. Dass es mal richtig kracht und blitzt, alles runter und aus mir raus regnet und dann wieder diese frische Luft im Kopf, wie sie dann in der Luft hängt draußen in der Stadt. Das wäre jetzt schön… Gute Nacht!

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