Im Moment ist mein Kopf so wirr, dass ich icht mal in der Lage bin hier in Ruhe zu bloggen. Ich sitze manchmal abends vor dem Laptop und will, aber alles ist nur so verquirlt in meinem Kopf, dass nichts wirklich Sinn ergibt.
Das heute ist also einfach nur ein neuer Versuch.
Im Sommer hatte ich eine großartige Erkenntnis und eigentlich dachte ich, dass die mich sehr entspannen würde. Tut sie auch auf eine Art. Aber auf eine andere überhaupt nicht. Im Sommer hab ich – es war irgendwo auf einer Autofahrt durch Island, als ich in Gedanken versunken und die Kinder am Schlafen waren – festgestellt, dass es im Leben vielleicht gar nicht immer nur darum geht, dass man unbedingt noch irgendwas schafft und wie man das schafft und vor allem wann. Das ist etwas, was mich seit Jahren antreibt und stresst. Und auf einmal war da der Gedanke, dass doch hier jetzt, in diesem Moment – also in dem Moment da – alles vollkommen und wunderbar ist. Dass mein Leben so wie es ist wunderschön ist. Mit meinen wundervollen Kindern. Dass ich alles hab, was ich brauche. Und alles weitere nur so eine Art Obendrauf wäre.
Natürlich sind da diese Träume und Ziele. Das veröffentlichte Buch, das bis heute nicht… Der Partner, mit dem ich glücklich… Die Coachingpraxis, für die ich bis heute nicht den Mut… Aber das sind ja alles Träume, die nicht unerreichbar sind. Und ich sollte aufhören, diese Träume über alles andere zu stellen. Es geht doch viel mehr darum, dass ich da, wo ich jetzt bin, glücklich bin. Und dann kann alles weitere so an seinen Platz fallen. Everything in its right place. Klingt halt auf Englisch mal wieder schöner. Egal.
Es klingt so banal nach diesem „Leben im Jetzt“. Aber im Grunde ist es wirklich so einfach. Und es war ein unglaublich befreiendes Gefühl das so zu sehen und so zu empfinden. Als würde jemand diesen schweren Umhang von meiner Schulter nehmen.
Dann kam der Alltag. Die Schule fing an. Das Leben war mir Herausforderungen zu. Die waren heiß, schwer, scharfkantig. Der Alltag riss mich mit sich, wie eine Flut nach einem Vulkanausbruch unter einem Gletscher (Islandliebe in allen Fasern meines Gehirns). Und ich vergesse immer wieder diese schöne Erkenntnis. Denn so sehr sie mich tatsächlich entspannt und mir dieses „Du musst heute noch 100 Wörter schreiben sonst ist der Tag sinnlos“ nimmt, so sehr macht es Platz für neue Ideen und Gedanken. Es ist ja nie so, als würde eine Gedanke wegfallen und dann Luft entstehen. Deshalb glaube ich auch nicht, dass mich irgendein Erreichen eines Zieles glücklicher machen würde. Da würde doch sofort ein neues auftauchen. Das ist doch der Punkt. Wir kommen doch nie an den Punkt, an dem wir sagen: So, jetzt reichts, jetzt bin ich glücklich. Also müssen wir diesen Punkt selbst bestimmen. Und jetzt glücklich sein.
Ich hab all das vor Jahren schon mal in irgendeinem meiner weisen buddhistischen Bücher gelesen und sicher auch in den Schweigeretreats gehört. Von denen ich gerade wieder viel träume. Aber es wollte nicht durchkommen. Da war immer dieses „Nur das eine, dann…“ Und jetzt muss ich mich immer wieder daran erinnern. Wenn wieder 1000 Ideen auf einmal durchkommen wollen und sofort umgesetzt werden wollen, obwohl doch… das Leben schon so voll ist. Und je weniger ich mich darauf grad einlassen will und mich stressen lassen will, umso mehr scheinen aufzutauchen. Wie in diesem Spiel, in dem man irgendwelche kleinen Tiere in ihre Löcher zurückkloppt und die dann in anderen Löchern aufpoppen. Ich bin nur noch am Draufkloppen.
Immer wieder muss ich sagen: Gleich. Aber jetzt nicht.
Gleich.
Aber jetzt nicht.
Sehr schöner (und wahrer) Text!