Ich lese wieder „Die Herrenausstatterin“ von Mariana Leky. Es ist so ein Gefühl von Nachhausekommen, wenn man ein Buch, das man sehr mag, nochmal liest. Fast so wie die allererste Friendsfolge zu schauen. Allein. Weil Friends mir gehört. Es haben schon manche Männer versucht mit mir Friends zu schauen. Aber eigentlich gehört es mir und ich will es mit niemandem teilen. Weil ich nicht will, dass es mal weh tut, das zu schauen, wenn ich es dann wieder allein schauen muss.
Die Herrenausstatterin zu lesen tut auch weh. Das bringt natürlich das Thema Trauer und Tod schon mit sich. Aber auch die Tatsache, dass sie damit das Thema auf eine Art und Weise behandelt, von der ich denke „Verdammt, es ist einfach so perfekt so.“ Und ich nicht glaube, dass man es noch irgendwie anders gut behandeln kann als mit einem Blank an seiner Seite. Aber das ist natürlich quatsch. Mir ist einfach nur noch nichts Gutes eingefallen.
Und dann tut es noch weh, weil diese Frau Leky einfach so unglaublich gut schreiben kann. Weil sie Sätze schachtelt, Bilder zeichnet, Metaphern findet, die einfach einzigartig sind. Wo man gleichzeitig heulen und lachen muss. Und weil ich beim Lesen immer denke „das kann ich nie“. Ist ja auch Quatsch, denn ich muss es erstens nicht so können wie sie. Und zweitens kann ich auch schreiben, nur eben anders. Aber wenn ich ihre Bücher lese, vergesse ich das manchmal und dann tut es eben weh.
Heute tut überhaupt wieder einiges weh. Aber das geht vorbei. Vielleicht ist es morgen schon besser, wenn die Nacht besser wird als die letzte, wenn der Hals nicht mehr wehtut, wenn der Kopf wieder klarer ist. Und wenn ich wieder an andere Dinge denke als mich in Wut und Fragen hineinzusteigern, die mir jemand sowieso nicht beantwortet.
Also verkrieche ich mich in das Buch, flüchte zu Blank, wünsche mir einen Blank (man kann einfach nicht erklären wer Blank ist, ohne das gesamte Buch zu spoilern, also müsst ihr es alle selbst lesen). Und ich freue mich, wenn es mir morgen bestimmt hoffentlich und überhaupt wieder viel besser geht.
Der Jüngste hat heute gesagt er würde sich wünschen, dass man sich aussuchen kann, wovon man träumt. Und während er dann von Megadolon träumt und davon überzeugt ist, dass es den noch immer gibt, werde ich von… ja, vielleicht von Blank träumen. Gute Nacht!
Gute Besserung und beste Träume