Kleinteiliges

Im Finanzkurs gibt es ja auch eine Community an Frauen, die sich da austauschen über ihre Ziele, Erfolge, Schwierigkeiten und Glaubenssätze.

Das kann manchmal auch echt frustrieren sein, wenn man sieht, was andere so für Sparziele haben. Und wenn man dann aufs eigene Konto schaut, das Gehalt betrachtet, dass für die nächsten 1,5 Jahre einfach unverrückbar eingestuft ist. Und man nicht mal eben so nebenbei große Summen einnimmt. Gleichzeitig kann ich aber auch im Bereich Sparen nicht viel umsetzen, denn die Ausgaben, die ich habe, sind großteils auch recht fix. Die Kinder kosten, was sie kosten. Lebensmittel haben ihren Preis und wenn mir dann in so einem Kurs geraten wird, den Coffee to go einzusparen, muss ich laut lachen. Erstens kaufe ich den fast nie und zweitens sind das in meinen Augen Peanuts. aber genau diese Peanuts, dieses Kleinteilige ist es, was ich nicht wahrnehme. Weder im Finanzeingang noch im Finanzausgang.

Wenn Dinge unter €10 kosten, habe ich die bisher eher so durchgewunken. Ist ja nix. Geht schon. Wenn irgendwo Geld reinkam durch meine Buchverkäufe, was auch eher wenig ist, dann hab ich das genauso wenig wahrgenommen. Ich hab mich dann gefragt, ab welcher Summe ich Geld eigentlich wahrnehme und ich frage mich, warum ich so Kleinteiliges nicht ernst nehmen kann.

Und dann ist mir aufgefallen, dass ich auch im Bereich Erfolge und Weiterentwicklung diese kleinen Erfolge nicht ernst nehme. Es war uns angeraten, dass wir uns ein Erfolgeglas anlegen und darin jeden Tag mindestens einen kleinen Erfolg sammeln. Ich hab das bis heute nicht gemacht, weil ich mir dachte: Was soll mir das denn bringen, wenn ich da reinschreibe „Hab heute Wäsche gewaschen“ oder „Hab heute den Handy Tarif gekündigt und nen günstigeren abgeschlossen“.

Ja und jetzt sitze ich da und denke mir: Warum nehme ich das eigentlich alles nicht wahr? Warum klopfe ich mir nicht öfter mal auf die Schulter? Warum feiere ich nicht einfach jeden Euro der reinkommt oder der nicht rausgeht? Ist ja kein Wunder, wenn ich keine Veränderungen bemerke, wenn ich sie im Kleinen nicht mal wahrnehme?

Also werde ich mir jetzt so ein Erfolgeglas anlegen. Und da immer schön was reinschreiben, was ich am Tag geschafft habe. Heute hab ich zum Beispiel zwei Kinder krank aus zwei Schulen abgeholt. Schön eines nach dem anderen. Dabei konnte ich aber am Gymnasium der Tochter gleich noch was für den Jüngsten klären. Immerhin wird er ab Herbst auch dort hingehen. Und dann hab ich endlich nur noch 3 Kinder an zwei Schulen statt drei. Was bei dem österreichischen System mit schulautonomen freien Tagen ein absoluter Spaß ist. In diesem Sinne – feiert Euch auch für die kleinen Erfolge. Erst dann werden sich vermutlich auch die großen einstellen. Pling Pling. Und gute Nacht!

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