Reicht dann auch

Es ist soweit. Der Moment ist da, an dem ich denke: Reicht dann, ich freue mich auf Normalität wieder.

Dieser Moment kommt meistens so gegen Ende Juli. Wenn ich endgültig genug davon habe, dass irgendwelche Öffistrecken gesperrt sind (heuer extrem viele). Dass Geschäfte geschlossen haben weil Sommerpause. Dass der kleine Spar um die Ecke nur halb volle Regale hat, weil sie scheinbar sommerbedingt weniger bestellen, was ja Sinn macht, aber… In der Arbeit weiß man nicht, wer gerade im Urlaub ist, wer im Homeoffice sitzt, wer eine Mischung aus beidem macht und wer je wieder irgendwelche Emails liest. Und auf Radioeins ist der Rhythmus komplett dahin. Morgens andere Menschen auf Sendung. Fixe Sendepunkte der Woche finden nicht statt, stattdessen eben die Sommersonntage, die zwar unterhaltsam sind, wenn sie nicht grad anschlagbedingt ausfallen so wie letzten Sonntag (was richtig war).

Ich mag ja oft über den Alltag schimpfen. Aber so diese Routine, die Abläufe, das Sichdraufverlassenkönnen auf gewisse Dinge, das tut schon gut. Das brauche ich mehr, als mir manchmal lieb ist. Ich komme mir ja selbst boomerspießig vor, wenn ich sowas denke. Aber es irritiert mich, wenn es morgens irgendwie halb egal ist, wann ich aufstehe, ich aber doch nicht allzu spät im Büro sein will, weil dann muss man da ja ewig… Und ich will auch nicht, dass alle anderen im Urlaub sind, wenn meiner schon vorbei ist. So, there… I said it. Na gut, normalerweise ist mir das wurscht. Aber auf den Urlaub heuer hatte ich mich viel zu sehr gefreut, als dass ich akzeptieren könnte, dass er schon rum ist. Nächstes Mal fahre ich in den letzten zwei Ferienwochen weg. So.

Na gut, jetzt hab ich genug gejammert. Aber es war ein liebes Jammern. Ich will mich nicht beschweren. So ein bisschen hat diese Urlaubsfreiheit ja auch was. Wenn man alles einfach ein bisschen lockerer angehen kann. Sich nicht so stressen muss.

In diesem Sinne sitze ich jetzt noch ein bisschen auf dem Balkon und freue mich über jede Sternschnuppe, die am Himmel vorüberzischt. Gute Nacht!

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