Der Sommer ist wohl da. Nicht nur meterologisch und kalendarisch, auch temperarisch.
Für mich persönlich die Hölle, aber ich versuche noch mich nicht zu beschweren. Denn es ist ja erst der Anfang. Tatsächlich aber bewege ich mich wie eine Schildkröte. Alles geht nur in Zeitlupe. Ich bin komplett energielos und es fällt mir schwer klar zu denken.
Ich ernähre mich von Tzatziki, Olivenöl und Weißbrot, ansonsten viel Joghurt und Tiefkühlobst. Was braucht man sonst schon zum Leben?
Immer wieder schaue ich auf die Wetterapp, was ich lassen sollte, denn sie macht mir tatsächlich Angst. Ich kann es gar nicht anders beschreiben. Wenn da was von 38Grad steht und in der nächsten Woche einfach absolut keine Abkühlung ersichtlich ist, dann spüre ich, wie ich den Drang habe wegzulaufen, aber feststellen muss, dass das nicht geht. Wo soll ich auch hinlaufen, es ist ja gefühlt grad überall so. Außer in Island und das ist grad meine einzige Hoffnung. In 14 Tagen sind wir schon auf der Insel, haben unseren Mietwagen und fahren Richtung Norden. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich mich darauf freue. Wieder dort zu sein. Mit den Kindern dort zu sein. Ihnen diese fantastische Landschaft zu zeigen. Und nicht schwitzen zu müssen.
Aber bis zum Abflug sind es eben noch 13 Tage. Die muss ich noch aushalten. Diese Woche in meiner kleinen Wohnung im 6. Bezirk. Ohne Balkon. Ohne Lüftchen. Ich habe mir vorgenommen jeden Tag einzeln zu betrachten und immer wieder zu fragen: Was brauche ich jetzt. Was geht heute, was geht nicht. Gestern war ich nach dem Spiel Argentinien : Österreich noch kurz draußen spazieren. Aber auch um 22Uhr ist es noch so heiß, dass das alles andere als eine Art Erfrischung ist. Am Wochenende waren wir kurz im Schwimmbad, aber da war natürlich auch halb Wien und entsprechend schön war das. An der Donau tummeln sich die, die nicht ins Schwimmbad gehen, aber das ist dann eben die andere Hälfte. Und so bin ich immer etwas ratlos, wo man eigentlich hin kann. Hinzu kommen die Wege. Man muss durch die Hitze radeln, an Ampeln stehen und auf Grünphasen warten, während die Autofahrer in ihren Kühlboxen an einem vorbeirauschen. Manchmal wünsche ich mir, dass die Verkehrsplaner und Politiker mal drei Tage am Stück im Hochsommer durch Wien spazieren müssen, alles zu Fuß. Das ganze dann nochmal drei Tage am Stück im tiefsten Winter bei Regen/Schnee und Wind. Wie schön es da ist an den Ampeln zu stehen, kein Baum in Sicht, kein Schutz und an einem vorbei rauschen die Autos, im Sommer gekühlt, im Winter beheizt. Das kann mich richtig wütend machen. Aber was bringt es sich zu beschweren. Ich freue mich über jeden Baum, Schatten und die paar Sprühnebelanlagen, die einem das Leben für drei Sekunden erleichtern.
Tag für Tag. Schritt für Schritt.
Das Schöne an der Sommersonnenwende ist ja, dass danach die Tage wieder kürzer werden. Noch nicht merklich, aber Schritt für Schritt. Tag für Tag.
Habt ihr Tips gegen Hitze? Wie kommt Ihr da gut durch?
Alles wird gut. Das Leben ist schön.