Schon gleich beim Aufwachen erschien mir allein das Erheben aus dem Bett als unmöglich. Noch dazu, da mein Bett in meiner Einraumhöhle nach wie vor nur eine Matratze am Boden ist und damit das Erheben tatsächlich mit dem Überwinden einer unerträglichen Höhe verbunden ist. Es gesellte sich dazu aber ein Kratzen im Hals mit Verlegung auf den Gehörgang. Aha, dachte ich. Da ist sie also, die Erkältung, die ich bisher umgangen hatte.
Dennoch schaffte ich es die drei Meter hinüber zur Küche, hantierte mit der Bialetti und hatte schwups eine feine Tasse Kaffee in der Hand. Einen Pott würde man das in Deutschland nennen, denn der Espressokocher kocht für zwei, ich bin aber wieder mal allein. Damit schnell zurück ins Bett und Buch aufgeschlagen. Ich bin nach kurzem Abschweifen zu Daniela Kriens „Die Liebe im Ernstfall“ (große Liebe!) zurück bei Haruki Murakamis „Die Stadt und ihre ungewisse Mauer“. Bin aber jetzt auf der Hälfte nicht so ganz sicher, ob es mich überzeugt. Wie immer sehr detailreiche Beschreibungen und eine Handlung, von der ich noch immer nicht weiß wohin er damit gehen will. Aber genau deshalb kann ich es auch nicht weglegen, ich wills irgendwie wissen… Nunja…
Nachdem ich mich dann endlich mal erhoben und gefrühstückt hatte, machte ich mich an die Knotung einer Blumenampel. Nein nein, das wird jetzt kein DIY und Bastelblog hier. Davon gibt es genug da draußen. Aber ich hab drei Haken an der Decke noch von irgendeiner Vormieterin und an die wollte ich schon immer Pflanzentöpfe hängen. Und ich hab ja das Prinzip, dass ich nix kaufe, was ich nicht auch einfach selbst machen kann und will. Also liegt hier auch schon ewig das Makrameegarn herum. Nur die Pflanzen mussten noch etwas wachsen. Das haben sie aber brav getan in den letzten Wochen. Und so suchte ich mir eine Anleitung und begann zu knoten wie bekloppt. Man ahnt ja nicht, wie das auf die Arme geht, weil das Ganze ja hängt, während man knotet. Mittendrin merkte ich dann, wie sehr mich das anstrengt und ich stellte fest, dass ich wohl doch krankerer bin, als ich dachte. Hab sogleich Tee gekocht und beschlossen morgen direkt hinüber in die Kinderwohnung und in den Krankenstand zu gehen. Ohne Umweg übers Büro. Da wartet einiges an Arbeit, aber nach kurzer Überlegung auch die Feststellung, dass nix so wichtig ist wie die Gesundheit. Wie sehr man sich manchmal selbst stresst.
Im Laufe des Nachmittags und FC Barcelona Spiels knotete ich dann immer wieder weiter. Telefonierte mit dem Exmann und besprach Ostern und den nächsten Geburtstag. Der Große wird schon 16. Halleluja.
Und jetzt hängt sie, meine Blumenampel. Und ich kann mich ja über sowas total freuen. Es macht schon was mit einem Raum, wenn sich da Pflanzen auf allen Ebenen verteilen. Ich mag das sehr. Stop and smell the roses sozusagen. Dazwischen immer wieder kleine Ecken aufgeräumt. Eigentlich wäre heute ja Räum-, Putz- und Packtag. Aber dazu fehlt mir die Energie. Also ein bisschen geräumt. Ein bisschen gepackt. Die Küche kommt heute noch dran, morgen früh packe ich dann fertig und wandere hinüber zu meinen süßen Nase, wo der Große ebenfalls krank im Bett liegt.
Und zwischendurch eine Hypnose auf der Shakti Matte. Dabei döse ich meistens ein, das tut auch gut. Derzeit höre ich eine Hypnose zum Thema „Lovability“, also da geht es viel um Selbstliebe und hui, da merke ich, wo noch Baustellen sind in mir drin. Aber dazu ein anderes Mal mehr.
Bleibt schön gesund da draußen! Gute Nacht!
Gute und baldige Besserung!
Oh vielen lieben Dank, liebe Eva!