Heute ist dieser WMDEDGT – kurz für: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Wo alle ihren Tag verbloggen. Alltagsgefasel sozusagen. Und Frau Brüllen drüben sammelt die ganzen Einträge.
Hier geht um 6.30Uhr der Wecker los und ich erhebe mich da nicht vor 7Uhr. Weil es Alleinwoche ist und mich niemand braucht. Und weil Snoozen meine geheime Superkraft ist. Nach dem Duschen dann Zeit und Ruhe für Morgenseiten an Kaffee, etwas, was ich in den Kinderwochen nie schaffe. Also Kaffee schon, aber keine Morgenseiten. Da müsste ich vor 6 aufstehen und das… haha. Brauch ich nicht mal mehr drüber nachdenken. Hab ich probiert. Nix für mich.
Danach auf ins Büro. Derzeit mal wieder unangenehmer Spießrutenlauf, weil ich nie weiß, wem ich da so über den Weg laufen könnte. Speziell eine spezielle Person würde ich gern meiden, weil er mich meidet und ich grantig, wütend, zuweilen genervt und irgendwo auch enttäuscht bin. Aber das ist eine eigene Geschichte. Ist ja nicht so als hätte ich nicht xmal versucht zu klären, dass wir eine Kommunikation hinbekommen, die es uns ermöglicht dort halbwegs normal miteinander umzugehen. Er kann es nicht. Will es nicht. Hat es vermutlich nie gewollt. Manche Menschen versteht man nicht. Und man muss aufhören es zu versuchen. Und dieser dämliche Satz „Don’t screw the crew“- auch so wahr. Ich hab das für Euch getestet. Es ist wirklich zu dämlich.
Und dann stehen heute vier Zoom Meetings an. Sowas stresst und nervt mich, obwohl am Ende auch oft irgendwie einige Dinge geklärt sind. Dafür andere wieder völlig unklar. Und ich merke, wie chaotisch Unternehmen, auch Unis (vielleicht vor allem Unis??) organisiert sind. Unser Wohnprojekt läuft so viel effizienter ab. Die Meetings sind da so viel klarer strukturiert und es wird weniger im chaotischen Kreis gequatscht, vielmehr in geregelten Kreisen, weil Soziokratie. Naja, sowas wird man an der Uni nicht durchbringen, also durchgewurschtelt da. Dazwischen viel zu viel Kaffee.
In der Mittagspause die Freude, weil meine ersten Postkarten angekommen sind. Ich hatte irgendwann in den Morgenseiten am Morgen die Idee dazu meine herumfliegenden Kunstwerke auf Postkarten zu drucken, weil es ja schade ist, wenn die einfach nur in der Schublade liegen. Hui und ich bin ganz verzückt von den Karten. Ab sofort auch im Shop erhältlich. Nächste Woche werde ich noch mehr Motive in den Druck schicken. Wir sollten ja alle viel mehr Post schicken. So richtig, mit ganzen Sätzen und so. Es macht so Spaß.
Nach dem letzten Meeting geht es ab in die City eine Freundin treffen. Meine Freundinnen sind derzeit mein Anker. Was bin ich dankbar für jede einzelne. Auch wenn sie mich nicht davon abgehalten haben mich auf diese komische Kiste einzulassen, was sie vielleicht hätten tun sollen und worauf ich vermutlich sowieso nicht gehört hätte, so bin ich ihnen dankbar, dass sie mich jetzt dennoch über Wasser halten. Und ich mir ihre Geschichten und Sorgen anhören kann.
Vorher noch ein kurzer Abstecher in die Buchhandlung, während ich auf die Freundin warte. Und zack eine hübsche Diogenes Deluxe Ausgabe von Daniela Kriens Roman „Die Liebe im Ernstfall“ gefunden, angelesen und mitgenommen. Als hätte ich nicht einen ganzen Stapel ungelesener… ach. Haben wir doch alle, oder?
Am Heimweg höre ich weiter im Hörbuch „The Signs – The New Science of How tu Trust Your Instincts“ von Dr. Tara Swart. Ich mag ihren Ansatz aus der wissenschaftlichen Perspektive auf diese für uns oft unverständlichen Dinge. Und die Sache mit der Intuition und dem Instinkt sind auch etwas, worauf ich wieder mehr achten will.
Und jetzt sitze ich hier allein in meiner Wohnung. Manchmal ist dieses Alleinsein richtig schön. Weil ich so ganz bei mir ankomme, ganz bei mir bin und Zeit habe die Dinge zu tun, die ich gern tue. Aber manchmal ist dieses Allein leider immer wieder von Gedankenkreiseln eingenommen, die mir nicht gut tun. Ist mehr ein einsames Herumwabern, Löcher in die Luft starren und Fragen stellen, auf die ich keine Antworten finde. Aber auch das geht vorbei. Und es sind ja auch immer wieder richtig gute Tage dazwischen. An denen halte ich mich fest. Und am Ende lieber Alleinsein, als dieser Blödsinn davor.
Jetzt mit neuem Buch ins Bett. Gute Nacht.
Noch mehr WMDEDGTs gibts wie gesagt drüben bei Frau Brüllen.
Finde ich immer total interessant, wie andere Menschen ihre Tage verbringen. Danke fürs erzählen und den Link.
Erinnert mich an den Film „Peter Hujar’s Day“