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Tag 14 – Wie die Zeit vergeht

Acht Jahre ist es her, dass nun so um diese Zeit allmählich die Wehen einsetzten. Wie jedes Jahr denke ich an diesem Tag an das Geschehen vor einigen Jahren. Das haben Geburten wohl so an sich und irgendwie ist es ja auch schön, sich immer wieder zu erinnern und die Erinnerung aufzufrischen und vielleicht verdreht man sie auch ein wenig, weil man ja auch nicht jünger wird und naja, irgendwann glaubt man ja vielleicht Dinge, die so gar nicht waren nur weil man sie sich immer wieder so ganz anders eingeprägt hat. Wer weiß.

Jedenfalls fällt dann auch immer an irgendeiner Ecke der Satz: „Wie die Zeit vergeht!“ oder „Herrje, wo ist nur die Zeit geblieben?“ Und alle nicken ganz besinnend oder schütteln den Kopf, weil die viele Zeit so schnell dahingegangen ist. Dabei ist das ja irgendwie Quatsch. Wenn man sich das überlegt, ist in den acht Jahren zum Beispiel extrem viel passiert. Viel Schönes. Auch Trauriges. Und ganz viel Kunterbuntes. An manches erinnert man sich ja auch gar nicht mehr, wenn man das auch noch mit einbezieht, dann wird das immer mehr und naja, wenn man das in acht Jahre quetschen will, dann ist das auch gar nicht so einfach. Dann fragt man sich vielleicht viel mehr „Wie ging sich das nur alles aus?“ Oder so. Vielleicht fragt man sich das ja am Ende des Lebens auch. Weil doch eigentlich sehr viel reinpasst, in so ein Leben und auch viel passiert.

Aber das eben die Kinder ach so schnell so ach so groß werden, das stimmt ja gar nicht. Die wachsen halt einfach. Und wir werden älter. Und die Tage gehen dahin. Manche rasen. Andere ziehen sich wie Kaugummi in die Länge und man denkt: „Wann kann ich endlich ins Bett gehen???“ Und dabei gabs grad erst Mittagessen. Und in Summe geht die Zeit vermutlich immer gleich schnell, nur wir empfinden sie halt mal als rasend und mal als kriechend. Aber dafür kann ja die Zeit nichts, da sind ja andere Umstände dran beteiligt.

Und naja, eigentlich ist es noch etwas, was mich stört an diesem Satz, dass die Zeit doch ach so schnell vergangen sei. Man tut ja so, als wäre das schade und traurig. Dabei sollte man doch feiern, was so ein Menschlein da schon alles erlebt hat und wo es jetzt steht und wie es ihm geht. Jaja, man darf ja mal sagen: „Ach das war schon niedlich, wie Du damals immer die Milch sofort wieder über meine Schulter ausgespuckt hast!“ oder wie du mir beim Stillen im Sommer, als du ganz nackt warst, den Unterarm vollgesch… hast, weil das Stillen Deine Verdauung so angeregt hat. Ja, das war niedlich. Und natürlich, das erste Lächeln, der erste Schritt, der Schuleintritt… alles schöne und staubzuckerbefleckte Erinnerungen. Aber es klingt immer ein bisschen zu wehmütig, nur zu bedauern, dass all das vorbei ist. Viel schöner ist ja der Blick auf alles, was da noch kommt. Und das, was jetzt ist. Vor allem das. Und das ist viel.

Also schön, dass Du morgen früh 8 wirst, liebe Mo! Ich hab Dich lieb, bis zum Mond und zurück!

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