Metta Metta Metta

Das wird radikal ehrlich und nicht ganz leicht für mich. Aber here we go…

Wenn man sich mit dem Buddhismus befasst, kommt man eigentlich um das Wort Metta nicht herum. Liebende Güte. Irgendwie kann ich mit der deutschen Übersetzung oft nicht so viel anfangen. Aber inhaltlich spricht mich Metta sehr an. Allerdings habe ich auch große Schwierigkeiten damit.

Das liegt nicht mal so sehr daran, dass ich zu wenig lieben würde. Im Gegenteil, wenn ich liebe, dann so richtig und voll total. Meine Kinder liebe ich sowas von über alles, dass es manchmal kaum auszuhalten ist und ich sie rund um die Uhr abknutschen möchte. Und auch in einer Beziehung kann ich volle Kanne lieben, wenn ich emotional ganz drin bin und das Gefühl habe, dass es von der anderen Seite ebenso ist. Aber wenn es um andere Menschen in meinem Leben und meinem Umfeld geht, dann sieht das oft ganz anders aus.

Ich gebe zu, dass ich unglaublich bewertend bin und sehr sehr schnell Urteile stricke. Das gefällt mir überhaupt gar nicht und deshalb kehre ich immer wieder zur Metta Praxis zurück. Dann greife ich zu dem Buch “Metta” von Sharon Salzberg in meinem Regal, lese darin, praktiziere Metta ein paar Tage und komme wieder davon ab. Warum? Weil es mir schwer fällt das zu fühlen, was die Metta Praxis beinhaltet. Die liebende Güte für andere. Oder sogar für mich.

Aber nachdem ich in letzter Zeit wieder und wieder (negativ) überrascht war von mir, weil ich, sobald ich das Haus verlasse, Menschen bewerte für das, was sie tragen, tun, sagen, meinen… Puh. Es fällt mir nicht sehr leicht, das zuzugeben. Aber es fällt mir mehr und mehr auf, wie sehr das in mir drin steckt. Und ich will das unbedingt ändern.

Also zurück auf Los bzw. Metta. Letzte Woche griff ich also wieder zu Sharon Salzbergs Buch “Metta” und las dort weiter, wo ich vor Monaten aufgehört hatte. Und endlich stand da das, was ich hören musste. Dass es nämlich gut sein kann, dass man am Anfang gar nichts spürt. Aber dass die Intention allein schon hilft und dass alles andere dann kommt. Erleichtert legte ich das Buch weg und begann wieder zu praktizieren. Liebende Güte für mich. “May I be happy & Healthy.” Liebende Güte für die lieben Menschen in meinem Leben. “May you be happy and healthy.” Und Liebende Güte für die Menschen, mit denen ich mir schwer tue. Und dann für alle anderen. May you all be happy and healthy. Nach wie vor fühlt es sich an, als würde ich hier leere Sätze ins Universum schicken. Aber ich halte mich an Sharon Salzbergs Worte. Und vertraue auf die Lehrrede des Buddha, der sagt, was die 11 günstigen Wirkungen von Metta sind:

  1. Du wirst leicht schlafen.
  2. Du wirst leicht aufwachen.
  3. Du wirst angenehme Träume haben.
  4. Die Menschen werden Dich lieben.
  5. Devas und Tiere werden dich lieben.
  6. Devas werden dich beschützen.
  7. Äußere Gefahren (Gift, Waffen, Feuer) werden dir nicht schaden.
  8. Dein Gesicht wird strahlen.
  9. Dein Geist wird heiter sein.
  10. Du wirst friedvoll sterben.
  11. Du wirst in glücklichen Daseinsbereichen wiedergeboren.

Gibt also eigentlich keinen Grund mehr KEIN Metta zu üben. Wenn es abgesehen von all diesen Wirkungen dazu führt, dass ich die Menschen wohlwollender, liebevoller und freundlicher betrachte.

Das ist wirklich mein Wunsch und mein Ziel und ich will ab sofort jeden Tag Notizen machen in meinem Journal um nachzuvollziehen, wie mein Metta-Weg für mich verläuft. Ich bin gespannt. Und freu mich. Und bin voller liebender Güte.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Kath

    Danke, dass du deine inneren Gedanke hier weiterhin teilst! Ich warte immer schon gespannt auf deinen nächsten Beitrag, denn ich lerne jedes Mal etwas Neues, was mich persönlich weiterbringt!

  2. Jimmyreany

    Good luck 🙂

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